Wetterjahr 2017 wohl wieder unter den wärmsten

Die Schweiz erlebte einen ausserordentlich sonnigen und sehr milden Oktober. Der zehnte Monat des Jahres war in Zürich rund anderthalb Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt der Referenzperiode 1981-2010 und brachte bis zu 70 Prozent mehr Sonne als in einem durchschnittlichen Oktober. Gleichzeitig blieben die Niederschläge deutlich hinter den Erwartungen. Noch viel extremer präsentiert sich das Niederschlagsdefizit auf der Alpensüdseite. Im Tessin hat es den ganzen Oktober praktisch nie geregnet. Gerade einmal 1 mm Niederschlag wurden in diesem Oktober in Locarno gemessen. Auch in Lugano sind es lediglich knapp 6 mm. Verglichen mit dem langjährigen Durchschnitt der Jahre 1981-2010 fällt die Niederschlagsbilanz ernüchternd aus. So erreichte Locarno nur 0,5 Prozent dieses Wertes. Normalerweise fällt im Tessin im Oktober nämlich rund 190 mm Regen. Nicht nur in der Schweiz, auch weltweit präsentiert sich das Wetter im laufenden Jahr erneut von seiner extremen Seite. Das zeigt sich vor allem in rekordhohen globalen Durchschnittstemperaturen.

Wahrscheinlich wird das Wetterjahr 2017 in Zürich zu den 10 wärmsten gehören. Wo genau das sich 2017 einreihen wird, ist aber noch offen. Drei Szenarien geben mögliche Antworten.

393 zu warme Monate in Folge

Die globale Durchschnittstemperatur – also die Lufttemperatur über den Kontinenten und die Meeresoberflächentemperatur – liegt auch 2017 in rekordverdächtiger Höhe. Die ersten neun Monate des Jahres 2017 reihten sich alle jeweils zu den vier wärmsten in ihrer Monatskategorie. Der September 2017 war im weltweiten Mittel ebenfalls der 4.-wärmste September seit 1880. Er war damit der dreihundertdreiundneunzigste zu warme Monat in Folge! Das Jahr 2017 ist bis jetzt (Januar-September) weltweit das 2.-wärmste in der knapp 140-jährigen Messreihe. Die positive Temperaturabweichung gegenüber dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts beträgt knapp 0,9 Grad. Neun der zehn wärmsten Januar-bis-September-Perioden sind in den Jahren seit 2005 zu finden! Nur eines (1998) stammt aus dem 20. Jahrhundert. Um herauszufinden, wie 2017 am Ende des Jahres abschneiden wird, schaut der amerikanische Wetterdienst NOAA mit drei einfachen Szenarien bis zum Jahresende. Das erste Szenario rechnet damit, dass die verbleibenden Monate des Jahres jeweils den 5.-wärmsten Wert erreichen. Das zweite Szenario rechnet damit, dass die verbleibenden Monate eine durchschnittliche Temperaturabweichung von +0,85 Grad haben werden. Das dritte Szenario rechnet damit, dass die restlichen Monate des Jahres jeweils gleiche Werte annehmen, wie die entsprechenden Monate im Jahr 1998. Das Jahr 1998 ist dabei nicht zufällig gewählt. So rechnen die Meteorologen in den Monaten rund um den Jahreswechsel im Pazifik nämlich mit einer La Niña. Also einem dominierenden Wettermuster, welches durch die immense räumliche Ausdehnung sogar die globale Temperatur um einige Zehntelgrad nach unten drücken kann. Eine solche Konstellation gab es auch 1998. Die stark positive globale Temperaturabweichung 2017 wird bis Ende Jahr daher noch etwas nach unten korrigiert. Unabhängig von den erwähnten Szenarien zeigt sich aber, dass das Jahr 2017 auf globaler Ebene sehr wahrscheinlich das 3.-wärmste Jahr seit Messbeginn im Jahr 1880 wird. Noch wärmer als das aktuelle Jahr waren nur die beiden Vorjahre 2015 und 2016.

 

2017 unter den wärmsten?

Auch in der Schweiz waren die letzten beiden Jahre sehr warm. 2015 war beispielsweise in Zürich das bisher 2.-wärmste Jahr seit Messbeginn 1864. Das Jahr 2016 war das 9.-wärmste in der über 150-jährigen Messreihe. Auf dem Thron des wärmsten Jahres in Zürich sitzt weiterhin das Jahr 2014. Hat das laufende Jahr 2017 in der Schweiz und in Zürich Ambitionen auf einen Podestplatz der wärmsten Jahre oder kann es sogar dem Rekordjahr 2014 Paroli bieten? Lassen wir das Jahr 2017 kurz Revue passieren: Das Jahr startete mit einem eisigkalten Januar, welcher mehr als drei Grad unterkühlt blieb. Der Wärmeumschwung kam aber sogleich und so waren Februar und März deutlich übertemperiert. Nach einem durchschnittlichen April waren die Monate Mai bis August allesamt zu warm. Mai, Juni und August waren sogar recht deutlich zu warm. Der September war dann hingegen rund ein Grad unterkühlt bevor der gerade zu Ende gegangene Oktober wiederum anderthalb Grad zu mild ausfiel. Die Wärme dominiert bis anhin also klar. So erstaunt es nicht, dass 2017 in Zürich bis jetzt (Januar-Oktober) das 4.-wärmste Jahr seit Messbeginn ist. Die Periode Januar bis Oktober war bisher nur in den Jahren 2007, 2011 und 2014 noch ein bisschen wärmer als heuer. Doch wo wird sich das gesamte Jahr 2017 in Zürich einreihen? Wendet man die gleichen drei Szenarien der amerikanischen Wetterbehörde für Zürich an, so zeigt sich, dass noch vieles möglich ist. Würden November und Dezember je jeweils 5.-wärmste in ihrer Monatskategorie (Szenario 1), so würde 2017 in Zürich am Ende das 2.-wärmste Jahr sei Messbeginn sein. Sind November und Dezember hingegen 0,85 Grad wärmer als der Durchschnitt des 20. Jahrhunderts (Szenario 2), so landet 2017 am Ende auf Platz 7 der wärmsten Jahre – noch vor den warmen Jahren 2003, 2007 und 2016. Folgen die Temperaturen im November und Dezember hingegen den Werten aus 1998 (Szenario 3), wäre mit einem sehr kalten November zu rechnen und das Jahr 2017 würde sich am Ende nur noch auf Platz 9 wiederfinden. Die Spannung bleibt beim Wetter zum Glück bis am Ende gewährleistet. Mit einem weiteren Top-10-Jahr auf der Wärmeskala ist aber durchaus zu rechnen – auch in Zürich.

Wetterjahr 2017 wohl wieder unter den wärmsten

Eindeutige Zeichen der globalen Erwärmung

Die Zeichen des globalen Klimawandels werden immer deutlicher. Die CO2-Konzentration und das Temperaturniveau erreichen 2016 neue Höchstwerte. Tritt das Pariser Klimaabkommen genügend rasch in Kraft?  

Die Periode Januar bis September war 2016 mit Abstand die wärmste seit Messbeginn 1880.
Die Periode Januar bis September war 2016 mit Abstand die wärmste seit Messbeginn 1880.

Die ersten neun Monate 2016 (Januar bis September) waren global allesamt die wärmsten ihrer Reihe seit Aufzeichnungsbeginn 1880. Diese Erkenntnis beruht auf zwei unabhängigen Analysen der NOAA und der NASA. Kaum jemand zweifelt noch daran, dass das Kalenderjahr 2016 das global wärmste Jahr seit 1880 werden wird, nachdem bereits die beiden Vorgängerjahre 2014 und 2015 neue Höchstmarken gesetzt haben. Der Generalsekretär der World Meteorological Organisation (WMO), Petteri Taalas, äussert sich wie folgt: „Ein weiterer Monat, ein weiterer Rekord. Und ein weiterer. Und ein weiterer. Jahrzehntelange Trends der Klimaänderung erreichen neue Höhepunkte, verstärkt durch den starken El Niño 2015/16.“

Der angesprochene El Niño hatte sich 2015 entwickelt und endete im Mai dieses Jahres. Er zählt zu den stärksten bisher verzeichneten El-Niño-Ereignissen und trug zu den hohen Temperaturen dieses Jahres bei. Hauptsächlich durch die weiträumige, massive Unterdrückung des ostpazifischen Auftriebs kalten Tiefenwassers.

Der September 2016 war bereits der 17. Monat in Folge mit einem neuen globalen Wärmerekord bezüglich der monatlichen Globaltemperatur. Zudem war es der 381. Monat in Folge mit Temperaturen über dem langjährigen Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Der letzte Monat mit global unterdurchschnittlichen Temperaturen war der Dezember 1984. Im Vergleich zum global bislang wärmsten Jahr 2015 und den weiteren wärmsten Jahren seit 1880 heben sich die Anomalien der Globaltemperatur im Jahr 2016 extrem deutlich ab.

Ein globaler Wärmerekord muss sich aber nicht zwingend in jeder Region der Welt widerspiegeln. So belegt z.B. das Mittel der ersten neun Monate in Zürich „nur“ Rang 7. Auf Rang 1 liegt die Januar-September-Periode des Jahres 2003.

Rapide Gletscherschmelze

Neben der globalen Temperaturabweichung gibt es weitere eindeutige Indikatoren für den globalen Klimawandel. Dieser macht sich insbesondere in der Arktis bemerkbar. Das jährliche Abschmelzen des grönländischen Eisschildes und des arktischen Meereises setzte sehr früh ein. In fünf der ersten sechs Monate 2016 wurden die bisherigen Rekordwerte für die geringste monatliche Meereisausdehnung gebrochen, wobei die Auswertungen auf Basis von Satellitenbeobachtungen seit 1979 beginnen. Das arktische Meereis erreicht jeweils im September ihre kleinste jährliche Ausdehnung. Dieses Jahr wurde mit nur noch gerade 4,1 Millionen Quadratkilometer die zweitkleinste Ausdehnung beobachtet. Der Negativrekord stammt aus dem Jahr 2012 mit einer minimalen Ausdehnung von 3,4 Millionen Quadratkilometer. In den letzten Jahren hat sich die Abschmelzrate drastisch erhöht. Entsprechend wurden die Abweichungen gegenüber dem langjährigen Durchschnitt immer extremer. Zwischen 1981-2010 verharrte das Meereis am Nordpol jeweils bei einem Minimum von durchschnittlich 6,3 Millionen Quadratkilometer. Seit 1979 nimmt die Ausdehnung des arktischen Meereises um mehr als 13% pro Dekade ab. Das grönländische Eisschild verliert jedes Jahr im Schnitt 281 Gigatonnen Masse. Kumuliert sind es seit 2002 bereits knapp 3’500 Gigatonnen Eis. Zum Vergleich: Alle Schweizer Gletscher zusammen kommen auf eine Masse von rund 52 Gigatonnen.

Ein weiteres Anzeichen des globalen Klimawandels ist der Anstieg des Meeresspiegels. Dieser ist seit 1870 um knapp 20 cm gestiegen, davon 8 cm seit 1993. Der Anstieg kommt einerseits durch das Abschmelzen des grönländischen und antarktischen Eisschildes zustande. Auch das antarktische Eisschild hat seit 2002 rund 1’500 Gigatonnen Eis verloren. Ein entscheidender Teil des Meeresspiegelanstiegs ist jedoch die thermische Expansion des Meerwassers. Die Ozeane nehmen im Zuge der globalen Erwärmung einen Grossteil der Wärme auf und erwärmen sich. Die steigenden Temperaturen im Meer haben jedoch neben Versauerung und Korallenbleiche auch zur Folge, dass sich das Wasser ausdehnt und somit mehr Platz beansprucht – wodurch der Meeresspiegel ansteigt.

Pariser Klimaschutzabkommen

Kohlendioxid (CO2) ist eines der Treibhausgase, welches die globale Erwärmung antreibt. Das CO2-Niveau variiert je nach Jahreszeit, aber der zugrundliegende Trend geht Jahr für Jahr nach oben. Im ersten Halbjahr 2016 gab es eine starke Ausgasung aus den Ozeanen, was die CO2-Konzentration abermals stark ansteigen liess. Am Observatorium von Mauna Loa auf Hawaii wurde für Mai 2016 beispielsweise eine durchschnittliche monatliche CO2-Konzentration von 407,7 ppm (parts per million = Teile pro Million) ermittelt. 1950 waren es noch 280 ppm. Vorher stieg die CO2-Konzentration unserer Erdatmosphäre während mehr als mindestens 400’000 Jahren nie über 300 ppm. 2016 wird es zum ersten Mal keinen einzigen Monat mit Werten unter 400 ppm geben.

Der starke Anstieg der CO2-Konzentration unterstreicht mehr als zuvor die Notwendigkeit, das Pariser Abkommen zum Klimawandel anzuerkennen sowie umzusetzen und den Wechsel zu kohlenstoffarmer Wirtschaft und erneuerbaren Energien zu beschleunigen. China hat den Pariser Klimapakt bereits ratifiziert, nun haben sich auch die USA dem Vertrag angeschlossen. Indien galt lange als Bremser der Klimaschutzbemühungen. Anfang Oktober hat auch Indien den Pariser Klimavertrag ratifiziert. Die drei Länder sind die weltweit grössten Klimasünder. Mit der Ratifizierung des Klimaabkommens durch die EU Anfang dieser Woche steht dem Kyoto-Protokoll-Nachfolger nichts mehr im Weg. Es tritt nämlich in Kraft, wenn es 55 Staaten, die zudem mindestens 55 % der Emissionen verursachen, ratifiziert haben. Beide Bedingungen sind nun erfüllt. Das Pariser Klimaabkommen tritt am 4. November 2016 in Kraft und soll den globalen Klimaschutz ab 2020 regeln.

Eindeutige Zeichen der globalen Erwärmung

2014: Wärmstes Jahr der Erde – auch in Zürich?

Angetrieben von rekordwarmen Ozeanen jagen sich seit Monaten die globalen Temperaturrekorde. 2014 ist auf dem Weg zum global wärmsten Jahr seit 1880. Reicht es auch in Zürich für einen neuen Temperaturrekord?

Die globale Durchschnittstemperatur über dem Land und den Ozeanen erreichte im August 2014 einen neuen Höchstwert in der seit 1880 laufenden Messreihe. Es war gleichzeitig der 38. August in Folge mit einer gemittelten Temperatur, die über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts lag. Der letzte zu kühle August auf globaler Bühne konnte 1976 beobachtet werden. Gleiches gilt für die Periode Juni bis August. Mit einer positiven Abweichung von 0,7 Grad gegenüber dem Mittel des 20. Jahrhunderts war es global so warm wie nie. Angetrieben wird diese „Hitzeperiode“ von den rekordwarmen Ozeanen. Über den Landmassen ist das hohe Temperaturniveau (noch) nicht überall zu spüren. So war der Sommer in Mittel- und Südeuropa, über der Osthälfte der USA sowie auf einem breiten Band von Sibirien bis nach China nur durchschnittlich oder sogar zu kühl. So erstaunt es kaum, dass die gemittelte Temperatur über den globalen Landmassen in den Monaten Juni bis August so kühl war wie nie mehr seit 2005. Die Weltmeere aber bedecken 71 Prozent der Erdoberfläche – wenn sie zu warm sind, steigt auch die globale Durchschnittstemperatur. Und genau dies geschieht auch dieses Jahr. Erstaunlich an der Sache ist bloss, dass wir zurzeit noch nicht einmal El Niño-Verhältnisse vorfinden. Diese sind sonst für sehr warme Ozeantemperaturen (vor allem im Pazifik) verantwortlich. Die Modelle rechnen aber mit einer Wahrscheinlichkeit von 60-65 Prozent, dass sich im Verlaufe des Herbstes und Winters ein El Niño etablieren wird. Dann dürften die Weltmeere insgesamt noch wärmer werden.

Global wärmstes Jahr?

Bereits die aktuelle Periode von Januar bis August war global die 3.-wärmste seit Messbeginn 1880. Und, so scheint es, wird es dieses Jahr immer noch wärmer. Wenn es so weitergeht, wird 2014 das global wärmste Jahr und stösst das Jahr 2010 vom Thron. Doch wie sehen die möglichen Szenarien bis zum Jahresende aus und reicht es dann wirklich für das wärmste Jahr seit Messbeginn? Anhand von fünf Szenarien wagen wir einen Blick in die nahe Zukunft. Dabei hilft der sogenannte „year-to-date“-Ansatz. Mit anderen Worten; der Januar-Wert entspricht dem Januar-Wert, der Februar-Wert entspricht dem Mittelwert von Januar bis Februar und so weiter. Das aktuelle Jahr wird so mit den fünf bisher wärmsten Jahren (2010, 2005, 1998, 2003, und 2013) verglichen.

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Fünf Szenarien skizzieren den Weg bis zum Jahresende auf globaler Ebene. Zum Vergleich sind die vier wärmsten Jahre abgebildet, jeweils mit dem Ansatz “year-to-date”: der Januar-Wert entspricht dem Januar-Wert, der Februar-Wert entspricht dem Mittelwert von Januar bis Februar und so weiter.

Szenario 1 (orange): Wenn jeder noch anstehende Monat im Jahr 2014, also September bis Dezember, rekordwarm wird, dürfte 2014 mit Abstand zum global wärmsten Jahr seit Messbeginn werden. Unrealistisch ist dies nicht, vor allem im Hinblick auf ein anstehendes El  Niño-Ereignis. Zudem waren vier der letzten zwölf Monate, nämlich November 2013, Mai, Juni und August 2014, bereits rekordverdächtig warm.

Szenario 2 (violett): Wenn jeder noch anstehende Monat im Jahr 2014 der 3.-wärmste in der Messreihe darstellt, wird 2014 ebenfalls zum global wärmsten Jahr seit Messbeginn. Jeder der vergangenen fünf Monate hat dieses Kriterium erfüllt.

Szenario 3 (hellblau): Auch wenn jeder noch anstehende Monat dem Durchschnitt der jeweils zehn wärmsten Monatswerte entspricht, wird 2014 global ein neuer Hitzerekord aufgestellt.  Jeder der letzten zwölf Monate, ausser dem Februar, erfüllte diese Anforderung.

Szenario 4 (dunkelblau): Wenn jeder noch anstehende Monat dem Durchschnitt des 21. Jahrhunderts (2001-2013) entspricht, wird 2014 global zum 2.-wärmsten Jahr seit Messbeginn (gleich warm wie 2005).

Szenario 5 (grün): Wenn jeder noch anstehende Monat im Jahr 2014 der 10.-wärmste in der Messreihe darstellt, wird 2014 zum global 3.-wärmsten Jahr seit Messbeginn (gleich warm wie 1998). Jeder der vergangenen zwölf Monate (ausser Februar) hat dieses Kriterium erfüllt.

Gut möglich, dass die globale Temperaturkurve in diesem Jahr also einen neuen Jahresrekordwert setzt. Das heisst aber nicht, dass es auf der ganzen Erdoberfläche rekordverdächtig zu und her ging. Die Chance auf ein rekordwarmes Jahr 2014 in Zürich ist zwar noch in Takt, wohl aber eher unwahrscheinlich.

Rekordwärme in Zürich?

Wenn die fünf oben beschriebenen Szenarien auf Zürich angewendet werden, würde sich das Bild folgendermassen präsentieren: Mit einer Abweichung von 1,2 Grad gegenüber dem Mittel 1981-2010 sind die Jahre 2011 und 1994 zurzeit die Rekordhalter in Zürich, wie aus Daten von MeteoSchweiz hervorgeht. Weiter gehören die Jahre 2002, 2000 und 2003 zu den fünf wärmsten seit Messbeginn 1864. Wären nun gemäss Szeanrio 1 oder 2 die Monate Oktober bis Dezember in Zürich jeweils mindestens die 3.-wärmsten ihrer Sorte, so wäre das Jahr 2014 mit Abstand das wärmste Jahr seit Messbeginn in Zürich. Diese beiden Szenarien scheinen für Zürich aber sehr unwahrscheinlich. Die Szenarien 3 und 5 sind jedoch durchaus möglich für Zürich. Wenn also die Monate Oktober bis Dezember jeweils sehr warm ausfallen (jeweils mindestens 10.-wärmster Monat seiner Reihe), so würde das Jahr 2014 in Zürich ebenfalls zum wärmsten Jahr seit Messbeginn werden – in etwa gleich warm wie 2011 und 1994. Durchaus realistisch scheint auch, dass die Monate Oktober bis Dezember in Zürich dem Mittel der letzten 13 Jahre entspricht, dann wäre 2014 immerhin das 6.-wärmste Jahr seit Messbeginn. Damit es für die Top 5 reicht, braucht es also noch einen Endspurt – zu gross waren heuer die Wärmeeinbussen im bescheidenen Sommer.

Fünf Szenarien skizzieren den Weg bis zum Jahresende in Zürich. Zum Vergleich sind die vier wärmsten Jahre abgebildet, jeweils mit dem Ansatz "year-to-date": der Januar-Wert entspricht dem Januar-Wert, der Februar-Wert entspricht dem Mittelwert von Januar bis Februar und so weiter.
Fünf Szenarien skizzieren den Weg bis zum Jahresende in Zürich. Zum Vergleich sind die vier wärmsten Jahre abgebildet, jeweils mit dem Ansatz “year-to-date”: der Januar-Wert entspricht dem Januar-Wert, der Februar-Wert entspricht dem Mittelwert von Januar bis Februar und so weiter.
2014: Wärmstes Jahr der Erde – auch in Zürich?