Wärmstes Jahr: ohne Sommer und mit eisigem Ende

Auf globaler wie lokaler Ebene war das Jahr 2014 das wärmste seit mindestens 150 Jahren. In Zürich war das Witterungsjahr 2014 zudem sonniger und eine Spur trockener als im langjährigen Durchschnitt. Der Winter 2013/14 wie auch der Frühling 2014 gehörten zu den 10 wärmsten seit Messbeginn 1864. Im Herbst 2014 wurden sogar die zweithöchsten Temperaturen gemessen. Nur der Sommer fällt aus der Reihe. Dieser war kühl, grau und nass.

 

Kein Schnee und viel zu warm

Während Anfang Jahr 2014 auf der Alpensüdseite in den Bergen eine überdurchschnittliche Schneedecke lag, erreichten die Schneehöhen am Alpennordhang an einigen Orten massiv unterdurchschnittliche Werte. Im Flachland der Alpennordseite blieb der Januar 2014 vielerorts sogar ganz schneefrei, wie MeteoSchweiz mitteilte. Derart schneearm blieb ein Januar im Flachland letztmals 2008 und 1996. Die ersten zwei Monatsdrittel waren durch West- und Südwestströmung geprägt. Die Temperaturen lagen weit über der Norm. Im Januar 2014 ergab sich die seltene Situation, dass im Flachland der Alpennordseite flächendeckend kein einziger Eistag aufgezeichnet wurde, wie MeteoSchweiz bekannt gab. Ähnliches war letztmals vor 26 Jahren im Januar 1988 der Fall. So erstaunte es nicht, dass bereits die ersten Haselsträucher zu blühen begannen. Auch der Februar setzte fort, was der Januar begann. Täglich lagen die Temperaturen fast überall in der Schweiz über der Norm 1981-2010. Massive Ausreiser nach oben waren aber nicht dabei, sodass der Februar in Zürich 2,8 Grad zu warm in die Wetterannalen eingeht. Kein anderer Monat brachte in Zürich im 2014 einen grösseren Wärmeüberschuss.

Die ersten vier Monate im 2014 brachten anhaltende Wärme in Zürich. Nach einem zu kühlen Mai, Juli und August ginge es von September bis Dezember wieder rekordverdächtig warm weiter. 2014 war in Zürich das wärmste Jahr seit mindestens 150 Jahren.
Die ersten vier Monate im 2014 brachten anhaltende Wärme in Zürich. Nach einem zu kühlen Mai, Juli und August ginge es von September bis Dezember wieder rekordverdächtig warm weiter. 2014 war in Zürich das wärmste Jahr seit mindestens 150 Jahren.

Früher Frühlingsbeginn 

Aufgrund der Schneearmut und der anhaltend viel zu hohen Temperaturen in den ersten Monaten des Jahres kam nie richtig Winterstimmung auf. Vielmehr setzte sich schon bald wieder der Frühling in Szene. Nach letzten Niederschlägen am 6. März hiess es bis am 21. März fast ununterbrochen „ganze Schweiz sonnig“. Eine ähnlich anhaltende Schönwetterperiode im März trat letztmals in den Jahren 2003 und 1993 auf. In der schon kräftigen Frühlingssonne stiegen die Temperaturen im Tessin erstmals auf sommerliche 25 Grad. In Zürich brachte der März lediglich ein Drittel der üblichen Niederschlagsmengen und war der trockenste Monat des Jahres. Die Sonnenscheindauer erreichte mehr als 160 Prozent der üblichen Werte. Kein anderer Monat brachte verhältnismässig mehr Sonne im Wetterjahr 2014. Anhaltend mild zeigte sich auch die erste Aprilhälfte. Erneut lagen die Tagesmitteltemperaturen 5 bis 7 Grad über der Norm der Jahre 1981-2010. Die hohen Apriltemperaturen wurden von viel Sonnenschein begleitet. Wie bereits im Februar und März gelangte auch im April erneut viel Saharastaub via Luft in die Schweiz. Dies unterstreicht exemplarisch, wo der Ursprung der deutlich zu milden Luftmassen über der Schweiz lag. „Pünktlich“ auf die Osterfeiertage floss kühle Luft aus Norden zur Schweiz und lies die Schneefallgrenze rasch bis in tiefe Lagen absinken. Nach dem österlichen Wintereinbruch kamen die Wärme und die Sonne zurück, bevor es am Sechseläuten-Montag erneut zu ergiebigen Niederschlägen und einer deutlichen Abkühlung kam. Bereits Anfang April konnten blühende Kirschbäume beobachtet werden. Mit einem Vorsprung von bis zu 20 Tage gegenüber dem Mittel begannen im Laufe des Aprils auch die Obstbäume zu blühen.

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Nach einem trockenen ersten Halbjahr brachte der Hochsommer sehr viel Regen. Das Jahr ging dann auf dem Zürichberg wieder eher zu trocken zu Ende. Insgesamt war 2014 leicht zu trocken.

Wechselhafter Frühsommer

Der Mai begann dann kühl und regnerisch. Ein wechselhafter Wettercharakter blieb uns bis zur Monatsmitte erhalten. Unter dem Strich brachte der Mai durchschnittliche Niederschlagsmengen und genügend Sonnenschein. Die Temperaturen blieben aber erstmals im 2014 unter dem Erwartungswert. Erst gegen Monatsende brachte eine Föhnströmung Wärme und Saharastaub in die Schweiz. Nach einigen wechselhaften Junitagen setzte sich am 7. Juni die Hitzewelle des Pfingstwochenendes ein. Heisse Afrikaluft strömte nach Mitteleuropa und liess die Temperaturen in Zürich am 9. Juni auf 33,7 Grad steigen. Niemand ahnte, dass dies bereits der Höhepunkt des Sommers war. An vielen Messstandorten gab es Rekord-Temperaturen für die erste Junihälfte. Im Wallis wurde es beispielsweise 36,2  Grad heiss. Der restliche Juni blieb zwar mit Temperaturen zwischen 21 und 27 Grad mehrheitlich sommerlich. Jedoch setzten mit abschwächendem Hochdruck zum Teil heftige Gewittertätigkeit ein. Bis am 22. Juni blieb es aber in vielen Gebieten der Nordschweiz ausgesprochen trocken. Das erste Halbjahr wies ein deutliches Niederschlagsdefizit auf. Zum Fussball-WM-Auftakt fielen am 12. Juni innerhalb einer Stunde 37 mm Regen in Zürich. Dies entspricht einem Ereignis, welches nur alle 10 Jahre zu erwarten ist. Der regenreichste Tag des Jahres war mit knapp 45 mm der 29. Juni. Der Juni war insgesamt deutlich zu warm und mit gemittelt 18 Grad der wärmste Monat des Jahres und brachte auch überdurchschnittlich viel Sonnenschein. Jedoch war er auch etwas zu nass.

Alle Monate im 2014 ausser die Hochsommermonate Juli und August brachten genügend oder überdurchschnittlich viel Sonnenschein. 2014 war insgesamt sonnenreicher als normal.
Alle Monate im 2014 ausser die Hochsommermonate Juli und August brachten genügend oder überdurchschnittlich viel Sonnenschein. 2014 war insgesamt sonnenreicher als normal.

Trüb-nasser, kühler Sommer

Statt mit heissem Badewetter startete der Juli im Mittelland mit Nebelfeldern und sehr frischen Morgentemperaturen. Insgesamt blieb der Juli über weite Strecken nass und kalt. Häufige und kräftige Regenfälle liessen die anhaltende Trockenheit in den ersten Monaten des Jahres rasch vergessen. Mit mehr als 190 mm und mehr als 150 Prozent der Norm war der Juli in Zürich der nässeste Monat des Jahres. Westlich der Reuss wurden an zahlreichen Messstandorten neue Rekordregensummen für den Monat Juli gemessen, wie MeteoSchweiz mitteilte. Gleichzeitig führte das häufige Regenwetter dazu, dass in der Region Genfersee, im Wallis, im Berner Oberland und auf der Alpensüdseite sowie im Oberengadin der Juli 2014 der sonnenärmste seit Messbeginn war. Auch im August konnte sich kein Sommerwetter durchsetzen. Es war der zweit- bis viertkälteste August der letzten 30 Jahre. Erneut fielen Starkniederschläge und erneut gab es eine grosse Sonnenarmut. Längere Schönwetterperioden blieben komplett aus. Nach der rekordtiefen Sonnenscheindauer im Juli brachte auch der August im Tessin Rekord-Sonnenarmut. In Zürich gab es in beiden Monaten nur 78 Prozent der üblichen Besonnung.

Sommer im Herbst

Der September war wechselhaft, brachte aber auch noch längere Phasen mit spätsommerlicher Witterung und Sonnenschein. Im Mittel war der September zu warm und zu trocken. Nach dem kalten Sommer zeigten sich im September aber bereits früh deutliche Herbstanzeichen in der Vegetation. Der Oktober brachte gebietsweise Rekordtemperaturen. Über die ganze Schweiz gemittelt war es der viertwärmste Oktober seit Messbeginn vor 150 Jahren. Zwischen Föhnströmungen und Hochdruckwetter gab es zudem viele Sonnenstunden. Diese Vorzeichen änderten sich auch im November nicht. So bewegten sich die Temperaturen im Rekordbereich und mit wiederholten Föhnströmungen gab es im Tessin Jahrhundertniederschläge verbunden mit Hochwasser am Lago Maggiore und am Lago di Lugano. Die vielfach sonnigen Wochenenden und anhaltende Wärme kompensierten den verregneten Sommer und liessen Frühlingsblumen nochmals aufblühen und Walderdbeeren reifen. Auch der Dezember blieb bis Weihnachten extrem mild jedoch aber auch sonnenarm. Ein kräftiger Wintereinbruch am Stephanstag, verbunden mit Rekordschnee und eisiger Kälte beendete auf unkonventionelle Art und Weise das wärmste Jahr in der Messgeschichte. Am Morgen des 29. Dezember sank die Minimum-temperatur im Mittelland in der kalten Luft und mit aufklarendem Himmel bei windstillen Verhältnissen rund zwei Meter über dem frischen Schnee extrem tief ab. In Hallau im Kanton Schaffhausen fiel sie auf minus 21,1 Grad, wie MeteoSchweiz berichtete. Das ist an diesem Messstandort der weitaus tiefste Dezemberwert in der über 50-jährigen Messreihe. Auch auf dem Zürichberg wurde es mit minus 13,8 Grad sehr kalt. Dies war die tiefste Dezembertemperatur seit 2009. Am Morgen des 31. Dezembers wurde in Zürich mit einer Gesamtschneehöhe von 38 cm der höchste Dezemberwert seit mindestens 1949 registriert. Zudem lag mehr Schnee in Zürich als in Arosa.

Im Klimadiagramm 2014 von Zürich ist der trockene Jahresbeginn verbunden mit einem steilen Temperaturanstieg und einem anschliessend kühl-nassen Sommer gut ersichtlich.
Im Klimadiagramm 2014 von Zürich ist der trockene Jahresbeginn verbunden mit einem steilen Temperaturanstieg und einem anschliessend kühl-nassen Sommer gut ersichtlich.

Jahresbilanz

Mit einem Wärmeüberschuss von 1,3 Grad und einer gemittelten Temperatur von 10,6 Grad war das Jahr 2014 in Zürich das wärmste seit Messbeginn 1864. Es distanzierte die bisherigen Rekordhalter 1994 und 2011 um rund 0,15 Grad. Nach dem kalten Sommer hätten wohl nicht viele auf ein neues Rekordjahr gewettet. Tatsächlich war ein fulminanter Schlussspurt mit Rekordtemperaturen von Oktober bis Weihnachten nötig für dieses Resultat. Auch über die ganze Schweiz gemittelt war 2014 etwas wärmer als 2011 und somit das wärmste in der Messreihe. In der Südschweiz hingegen waren die Jahre 2011 und 2007 noch ein Stück wärmer als 2014. Mit etwas mehr als 1000 mm Niederschlag blieb das Jahr in Zürich leicht trockener als in der Referenzperiode 1981-2010. Mit 126 Regentagen gab es acht Tage weniger Niederschlag als in einem durchschnittlichen Jahr. Gleichzeitig war 2014 mit mehr als 1700 Sonnenstunden rund 10 Prozent sonniger als normal und dies trotz des sehr sonnenarmen Sommers. Im Jahr 2014 wurden in Zürich lediglich 44 Frosttage mit Tiefstwerten unter null Grad registriert. Das sind so wenige wie selten. Nur die Jahre 1994, 2000 und 2002 brachten in Zürich noch etwas weniger Frosttage. Mit 2 bis 3 Eistagen, an denen Dauerfrost herrschte, gab es rekordverdächtig wenige in Zürich. Ähnliches war bisher nur aus dem Jahr 1974 bekannt. Diese Werte unterstreichen die Rekordwärme dieses Jahres. Untypisch für ein Warmjahr aber erklärbar mit dem kalten Sommer, gab es in Zürich im 2014 lediglich 27 Sommertage mit mehr als 25 Grad und nur sechs Hitzetage mit mehr als 30 Grad. Letztmals weniger Sommertage gab es 1996. Die sechs Hitzetage liegen zwar im langjährigen Mittel, jedoch gab es alleine im letzten Jahr doppelt so viele. Rekordwärme und Sommerhitze fallen eben nicht immer zusammen.

Wärmstes Jahr: ohne Sommer und mit eisigem Ende

Trotz kühlem Mai – Frühling 2014 einer der wärmsten

Zürich ist im Sommer angekommen. Der treppenähnliche Weg vom Winter in den Sommer war geprägt von einem steilen Start und einem nachfolgend seitwärtsgerichteten Auf und Ab. 

 

Seit dem ersten Juni befindet sich die Nordhalbkugel im meteorologischen Sommer. Dieser dauert bis am 31. August. Nach verhaltenem Start stiegen die Temperaturen an Pfingsten erstmals in den hochsommerlichen Bereich. Hohe Temperaturen und die langen Tage machen das Sommerfeeling perfekt. Für die nächsten rund zwei Monate dominiert das Licht – die Tage dauern fast doppelt so lange wie die Nächte. Anfang Juni beträgt die Tageslänge in Zürich bereits 15 Stunden und 41 Minuten. Dieser Wert steigt bis zur Sommersonnenwende am 21. Juni auf 15 Stunden und 57 Minuten. Danach werden die Tage tendenziell zwar bereits wieder kürzer – dies ist jedoch im ersten Monat noch kaum spürbar. So beträgt die Tageslänge Ende Juli immer noch rund 15 Stunden, erst ab August verkürzt sie sich wieder spürbar. Ende August gibt es in Zürich noch 13 Stunden und 24 Minuten Tageslicht.

 

Warmer Frühling – heisser Sommer?

Tendenziell legt der Frühling die Basis für den Sommer. Ein Blick in die Klimahistorie zeigt nämlich, dass die Chancen für einen warmen Sommer nach einem warmen Frühling besser stehen als nach einem kühlen Frühling. Die letzten rund 20 Jahre haben diesen Zusammenhang aber deutlich abgeschwächt. So folgten nach dem sehr warmen Frühling 2007 und 2011 leicht zu kühle Sommer. Letztes Jahr folgte auf einen sehr kühlen Frühling aber der wärmste Sommer seit zehn Jahren. Obwohl 1994 und 2003 auf einen warmen Frühling auch ein heisser Sommer folgte, zeigen die letzten Jahre, dass der vorangehende Frühling trotzdem nur wenig über den kommenden Sommer bekannt gibt. Ein Blick zurück lohnt sich trotzdem und zeigt, wie der Frühling 2014 einzustufen ist.

 

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Der Verlauf der Temperaturen vom Winter in den Sommer gestaltet sich in der Schweiz typischerweise treppenähnlich, so auch dieses Jahr: Zwei Stufen hoch, eine Stufe hinab.

 

Wieder in den Top 10

Der meteorologische Frühling 2014 (März-Mai) startete wie die Feuerwehr. Die erste Hälfte, März bis Mitte April, war rekordverdächtig warm. März wie April waren verglichen mit der Referenzperiode 1981-2010 um mehr als 2 Grad übertemperiert. Ab Mitte April setzte das für den mitteleuropäischen Frühling eigentlich typische Wettermuster ein: milde und sonnige Tage wurden von kühlen und nassen Tagen abgelöst. Ein unbeständiges Auf und Ab, in welchem der Frühling auf der Treppe vom Winter in den Sommer zwei Stufen emporsteigt, um dann wieder eine Stufe abwärts zu gehen. Im Mai waren grosse Schritte nach oben selten. Unter dem Strich war der Mai 2014 dann verglichen mit den Jahren 1981-2010 um etwas mehr als ein halbes Grad unterkühlt und somit der zweite zu kühle Mai in Folge. Im Vorjahr fiel das Wärmedefizit mit fast zweieinhalb Grad jedoch deutlich markanter aus. Zieht man das Maitemperaturmittel der Jahre 1961-1990 heran, so war der diesjährige Mai sogar etwas zu mild. Alle diesjährigen Frühlingsmonate zusammen waren in Zürich im Durchschnitt 10,3 Grad mild und brachten einen Wärmeüberschuss von mehr als einem Grad gegenüber dem Referenzwert der Jahre 1981-2010. In Zürich folgte somit auf den 5.-wärmsten Winter der 8.-wärmste Frühling seit Messbeginn 1864. Dies zeigt, wie aussergewöhnlich warm das letzte Halbjahr verlief.

 

Warmjahr 2014?

Verglichen mit dem kühlen Vorjahres-Frühling war der diesjährige Frühling fast drei Grad wärmer und reiht sich ein in das Muster der deutlichen Häufung warmer Frühlinge seit rund 25 Jahren. Vor allem die letzten zehn Jahre brachten einen Rekordfrühling nach dem anderen. 2012, 2011, 2009 und 2007 waren in Zürich die wärmsten Frühlinge seit Messbeginn. Ein Frühling wie jener in diesem Jahr wäre noch vor zehn Jahren einer der wärmsten überhaupt gewesen. Nun reicht es „nur“ noch auf Rang 8.

Der Frühling setzte die seit letztem Sommer eingesetzte Wärmeperiode fort. Das bisherige Jahr 2014 (Januar-Mai) war in der Limmatstadt das 3.-wärmste seit Messbeginn 1864. Wärmer war die gleiche Periode nur 2011 und vor allem 2007. Während 2011 am Ende des Jahres dann sogar das schweizweit wärmste Jahr überhaupt darstellte, stürtzte das Wetterjahr 2007 in der zweiten Hälfte nach einem durchzogenen Sommer und einem kühlen Herbst regelrecht ab und landete „nur“ auf Platz 6 der wärmsten Jahre. Ähnliches wiederholte sich 1990.

Zusammenfassend gilt der Befund, dass die Chancen auf ein sehr warmes Jahr 2014 gut stehen. Da aber noch nicht einmal die halbe Strecke zurückgelegt ist, sollten keine voreiligen Schlüsse gezogen werden. Nach oben wie auch nach unten gibt es noch viel Luft.

 

Trotz kühlem Mai – Frühling 2014 einer der wärmsten

Die erste Liebe und der Mai …

Der Kälterückfall Anfang Mai unterbricht das bis heute zweitwärmste Jahr seit Messbeginn 1864. Welche Rolle spielen dabei die Eisheiligen?

 

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Das Jahr 2014 verlief bisher viel milder als das Vorjahr 2013. Das 5-Tagesmittel der Lufttemperatur lag 2014 fast immer höher (rote Balken) als 2013.

Die schwarze Bise sorgte Anfang Mai, namentlich am dritten Tag des Monats, für einen herbstlichen Eindruck. Zwischen einem sich aufbauenden Hoch über den Britischen Inseln und einem Höhentief über dem Mittelmeer stellte sich in den ersten Maitagen eine Nordostströmung ein, welche feuchte-kalte Luft in den Alpenraum transportierte. Die kompakte, tiefe Bewölkung nördlich der Alpen erinnerte eher an den Herbst als an den Frühling. Eine Bisenlage mit feuchter Luft, die am Alpennordhang zudem noch Niederschlag auslöst, nennt man deswegen auch “Bise noire”. Am 4. Mai liess die kühle Bise dann nach und die Bewölkung löste sich bis am Abend vollständig auf. Dadurch waren die Bedingungen für (Boden-)Frost optimal. So fielen die Temperaturen am frühen Morgen des 5. Mai auf zwei Meter über Gras selbst im Flachland auf 3 bis 0 Grad, im Gürbetal bei Thun und in Mosen im Luzerner Seeland sogar knapp darunter, wie MeteoSchweiz berichtete. „Die erste Liebe und der Mai gehen selten ohne Frost vorbei.“ Diese Bauernregel trifft jedoch nur lokal und eher selten zu. Frost im Mai ist im Schweizer Flachland doch eher die Ausnahme. Seit 1981 gab es in Basel, Luzern und auf dem Zürichberg nie mehr Hüttenfrost (zwei Meter über Gras). Beim Zürcher Flughafen gibt es nur alle zweieinhalb Jahre Frost im Mai. Häufiger kommt es in Muldenlagen wie Tänikon (TG) vor, wo es fast in jedem Mai nochmals Frost gibt.

 

Ungünstiger Bodenfrost

Wenn es klar und windschwach ist, sinkt die Temperatur knapp über Boden noch ein paar Grade (maximal fünf Grad). tiefer als auf zwei Meter über Gras Deshalb wird zusätzlich zur Referenz-Lufttemperatur (zwei Meter über Gras) auch auf 5 cm über Boden die Temperatur gemessen. Sie ist relevant für Bodenfrost. Auf 5 cm über Boden sanken die Temperaturen in der Nacht auf den 5. Mai auf 0 bis -3 Grad. Somit gab es teils mässigen Bodenfrost, welcher für empfindliche Pflanzen (beispielsweise Erdbeeren) zu einem ungünstigen Moment auftrat, wie MeteoSchweiz meldete. Ungewöhnlich ist das nicht. Praktisch jedes Jahr gibt es im Mai mindestens einmal Bodenfrost. Dieser wird häufig mit den Eisheiligen in Verbindung gebracht.

 

Eisheilige?

Gemäss Definition in der Literatur fallen die Eisheiligen in Mitteleuropa auf die Tage vom 11. bis zum 14. Mai. Es sind die Namenstage von Mamertus, Pankratius, Servatius und Bonifatius. Als Abschluss für diese Kaltphase wird schliesslich die Kalte Sophie vom 15. Mai genannt. Laut Überlieferung soll der Frost nach den Eisheiligen für die Landwirtschaft keine Gefahr mehr darstellen. Nach der gregorianischen Kalenderreform von 1582 würden die Eisheiligen heute in die Periode zwischen 19. und 23. Mai fallen. Eine Auswertung von MeteoSchweiz zeigt aber, dass Bodenfrost weder in den Tagen 11. bis 15. noch in den Tagen 19. bis 23. Mai häufiger auftreten als sonst im Mai. Demzufolge sind die Eisheiligen „Schnee von gestern“.

 

Zweitwärmstes Winterhalbjahr

Der kühle Maistart lässt aber nicht darüber hinwegsehen, dass die Schweiz ihr zweitwärmstes Winterhalbjahr (Oktober-März) seit 1864 und einen viel zu milden April 2014 erlebte. Das Winterhalbjahr Oktober 2013 bis März 2014 war in Zürich mehr als 2 Grad wärmer als im langjährigen Mittel 1961-1990. Nur in der gleichen Periode 2006/07 war es mit einem Temperaturüberschuss von rund 3 Grad noch milder. Auf das viel zu milde Winterhalbjahr folgte auch in Zürich einer der zehnwärmsten Aprilmonate. Der sonst so launische April war in Zürich zweieinhalb Grad wärmer als im langjährigen Mittel.

Mit durchschnittlich 10,9 Grad war der diesjährige April gleich warm wie der letztjährige Mai! Damit wurde das seit Januar bekannte Muster bestätigt: Gegenüber dem Vorjahr hätten die ersten vier Monate des Jahres nicht unterschiedlicher sein können. So war es in Zürich seit Jahresbeginn mit durchschnittlich 6 Grad mehr als 3 Grad wärmer als ein Jahr zuvor. Vergleicht man die Tagesmitteltemperaturen der Jahre 2014 und 2013 in der Periode von Januar bis Anfang Mai, so fällt auf, dass es dieses Jahr in jedem einzelnen Monat über weite Strecken deutlich milder war als 2013. Extrem waren die Unterschiede vor allem im Februar, Mitte März und wieder in der ersten Aprilhälfte. Nur selten war es in diesem Frühjahr geringfügig kühler als vor einem Jahr. So beispielsweise während dem Monatswechsel in den Februar oder auch Mitte April (während dem letztjährigen Sechseläuten) sowie Anfang Mai. Die bisher gemessenen Temperaturen im Jahr 2014 sind die zweithöchsten seit 1864. Die Periode Januar bis April war nur im Jahr 2007 noch milder als in diesem Jahr. Auch der dritte Platz ist mit 2011 in der jüngsten Vergangenheit.

Seit Januar brachte zudem im Grossraum Zürich jeder Monat mehr Sonnenschein als im langjährigen Mittel. Zudem war es deutlich zu trocken. Das Gegenteil war 2013 der Fall. Die Periode Januar bis April war in Zürich die trübste in der Messgschichte.

 

Der diesjährige Mai hat es in der eigenen Hand. Soll es mit der Liebe klappen – muss er sich auf den Wonnekurs der Vormonate besinnen und wieder sonnige Wärme bringen.

Die erste Liebe und der Mai …

Wetterjahr 2014: Ruhiger Start – turbulentes Ende?

Sonnig, warm und trocken präsentiert sich das angelaufene Wetterjahr 2014 in Zürich. Auf globaler Bühne bahnen sich im zweiten Halbjahr Wetterkapriolen an.

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Das erste Quartal 2014 gehört zu den zehn sonnenreichsten seit 1901. Das erste Quartal des Vorjahres war hingegen eines der trübsten.

Unterschiedlicher könnte der Jahresbeginn 2014 verglichen mit dem Vorjahr, nicht sein. Das erste Jahresquartal 2014 war verglichen mit der Referenzperiode 1981-2010 rund zweieinhalb Grad zu warm und somit mehr als vier Grad wärmer als im Vorjahr. Damals liessen die Monate Januar bis März in Zürich das Quecksilber durchschnittlich nur auf 0,6 Grad steigen. Die durchschnittlich 4,8 Grad im selben Zeitraum 2014 hievten sich auf der ewigen Rekordliste auf Rang zwei. Das erste Quartal war in Zürich nur 2007 um wenige Zehntelgrad wärmer und 1990 gleich mild wie in diesem Jahr. Aktuell befindet sich Mitteleuropa in einer Wärmephase. Die vergangenen 12 Monate waren so warm wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Den grössten Beitrag dazu leisteten die letzten vier und vor allem die letzten drei Monate. Die positive Abweichung der Durchschnittstemperatur der letzten drei Monate in Zürich war so ausgeprägt wie letztmals im Mai 2011. Zur Erinnerung: 2011 wurde in der Schweiz anschliessend zum bisher wärmsten Jahr seit Messbeginn erkoren.

Verkehrte Welt

Das erste Quartal 2014 war nicht nur deutlich wärmer als vor einem Jahr, es war auch spürbar sonniger. So zählten die Meteorologen in Zürich vom Jahresbeginn bis Ende März 360 Sonnenstunden – gut 100 Stunden mehr als im langjährigen Mittel 1981-2010. Verkehrte Welt herrschte vor einem Jahr. Die Monate Januar bis März 2013 waren meist grau in grau und kamen, verglichen mit 2014, nicht mal auf halb so viele Sonnenstunden. Noch trüber war der Jahresstart lediglich in den Jahren 1904 und 1964. So war das erste Quartal 2013 das 3.-trübste seit 1901. Hingegen erlebte Zürich dieses Jahr das 8.-sonnigste erste Quartal. Am sonnigsten waren die Monate Januar bis März seit 1901 in Zürich vor zwei Jahren: 2012 zeigte sich die Sonne im ersten Jahresquartal noch 40 Stunden länger als heuer. Diese sonnige Phase zeichnete sich bereits im Dezember letzten Jahres ab. So war der Dezember in Zürich der sonnenreichste seit 1884. Zusammen mit dem freundlichen Jahresstart brachte der Winter (Dezember-Februar) 2013/14 so wenig trübe Tage wie nie seit Messbeginn. Ein trüber Tag wird in der Meteorologie als Tag definiert, an welchem die tatsächlich gemessene Sonnenscheindauer weniger als 20% der theoretischen Sonnenscheindauer erreicht. Im vergangenen Winter konnten nur 39 dieser trüben Tage gezählt werden.

Warmblütiges Christkind

Global gesehen war das erste Jahresquartal erneut deutlich übertemperiert. Gemäss ersten Daten der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) waren die Monate Januar bis März die 6.-wärmsten seit Messbeginn. Das Jahr 2014 dürfte auf der globalen Bühne das Feuerwerk jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte zünden und temperaturmässig zu einem regelrechten Schlussspurt ansetzen. Den Grund dafür sehen Klimatologen in einem sich anbahnenden El Niño-Ereignis, welches sich nun immer deutlicher abzeichnet. El Niño, aus dem spanischen übersetzt „der Junge, das Kind“ oder auch „das Christuskind“ – so nennt man die mehr oder weniger regelmässig wiederkehrende, ungewöhnliche Erwärmung des Meerwassers im tropischen Pazifik – hat einen weitreichenden Einfluss auf das Klima. Der Name ist vom Zeitpunkt des Auftretens abgeleitet, nämlich zur Weihnachtszeit. Er stammt von peruanischen Fischern, die den Effekt aufgrund der dadurch ausbleibenden Fischschwärme wirtschaftlich zu spüren bekommen. Durch die Erwärmung des Oberflächenwassers des tropischen Pazifiks um einige wenige Grad Celsius (im Jahrhundert-Ereignis 1997/98 um mehr als 4 Grad) ist El Niño in der Lage, die durchschnittliche globale Jahrestemperatur um einige Zehntelgrad zu erhöhen.

Wetterkapriolen

Aufgrund der weitreichenden Folgen eines solchen Ereignisses informiert die NOAA in einem wöchentlich aktualisierten Bulletin über die Entwicklung des El Niños. Im letzten Monat hat sich der tropische Pazifik gebietsweise bereits um 2 Grad erwärmt. Da die Wassertemperaturen vorher aber unterdurchschnittlich waren, sprechen die Experten zurzeit noch nicht von einem El Niño-Ereignis. Sie erwarten aber, dass sich ein solches im Laufe des Sommers und Herbstes etablieren könnte. Wenn das El Niño-Ereignis wie prognostiziert eintritt, ist in der zweiten Jahreshälfte, vor allem gegen Jahresende, mit extremen Wetterkapriolen in Südamerika, Südostasien sowie Australien zu rechnen und 2014 dürfte global zum wärmsten Jahr seit Messbeginn vor mehr als 130 Jahren werden. Die letzten Jahre gehörten auf globaler Bühne immer zu den wärmsten Jahren. Neue Rekorde gab es aber seit einigen Jahren nicht mehr. Die zusätzliche, geringfügige Erwärmung durch El Niño könnte dies ändern. Auf das Wetter in der Schweiz hätte ein El Niño-Ereignis primär keinen eindeutigen Einfluss.

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Das erste Quartal 2014 war das 2.-wärmste seit Messbeginn 1864. Vor einem Jahr war das erste Quartal hingegen deutlich unterkühlt.

 

Wetterjahr 2014: Ruhiger Start – turbulentes Ende?

Frühe Heuschnupfenzeit im Erstfrühling

Nach den deutlich zu warmen Monaten Januar und Februar, welche auf dem Zürichberg jeweils rund drei Grad wärmer waren als der langjährige Durchschnitt 1981-2010, verlief die erste Märzhälfte mit einer Abweichung von mehr als zwei Grad bisher ebenfalls deutlich zu mild.

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Letztmals startete der Frühling in Zürich vor 7 Jahren noch schneller durch als heuer.

Mit der immer stärker werdenden Sonnenscheinstrahlung erreichten die Temperaturen Mitte März für die Jahreszeit hohe Werte. Auf der Alpennordseite wurden frühlingshafte 20 Grad erreicht. Zu erwähnen ist  auch die Höhe der Nullgradgrenze. Diese lag in der ersten Märzhälfte auf sommerlichem Niveau. Beispielsweise am 9. März kletterte sie auf 3200 Meter Höhe, was einem gewöhnlichen Wert in der zweiten Junihälfte entspricht. Dies ist für die Jahreszeit doch bemerkenswert, wenn auch nicht aussergewöhnlich, da die Nullgradgrenze grossen Schwankungen unterliegt. Schweizweit mit Abstand die höchsten Temperaturen wurden bisher auf der Alpensüdseite verzeichnet, wo die Sommermarke von 25 Grad gleich an mehreren Stationen und Tagen überschritten wurde. Im Südtessin zeigte das Thermometer bereits einen Höchstwert von 26,4 Grad, sogar ohne Nordföhneinfluss. Dies bedeutet Egalisierung der Plätze 2 und 3 der höchsten, je im März registrierten Temperaturen, wie MeteoSchweiz mitteilte. Meteorologisch herrschte bereits Sommer, noch bevor es kalendarisch am 20. März Frühling wurde. Die seit Jahresbeginn anhaltend übertemperierten Verhältnisse haben natürlich spürbare Auswirkungen auf die Vegetationsentwicklung in der Schweiz und Mitteleuropa. Der Teilbereich der Meteorologie, der sich mit den jedes Jahr vom Wetter abhängigen, wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungszuständen von Pflanzen beschäftigt, wird Phänologie genannt.

Früher Vorfrühling

Der Deutsche Wetterdienst DWD teilt das phänologische Jahr in zehn Phasen. Fixiert werden diese Phasen durch bestimmte Wachstumsstadien an ausgewählten Pflanzen. Die erste phänologische Phase im Jahr ist der Vorfrühling, welcher mit dem Stäuben der Kätzchen der Haselsträucher und dem Blühen der Schneeglöckchen einhergeht. Diese erste Phase ist sehr stark durch die Witterung geprägt und kann von Ende Dezember bis in den März auftreten. Dieses Jahr begann der Vorfrühling bereits in der ersten Januarhälfte rund drei Wochen früher als in durchschnittlichen Jahren. In dieser Phase blüht auch die Erle und somit beginnt für die Allergiker die unangenehme Heuschnupfen-Zeit. Nicht jedes Jahr geben die Pflanzen aber gleich viele Pollen in die Luft ab. Langanhaltend und immer noch nicht zu Ende ist dieses Jahr die Haselblüte. Mit knapp 310 Pollen pro Kubikmeter Luft waren die Höchstkonzentrationen auf dem Zürichberg zwar vergleichbar mit den Vorjahren, jedoch wurden praktisch während dem ganzen Februar starke bis sehr starke Belastungen registriert. Ebenfalls lange dauert dieses Jahr die Erlenblüte, welche bereits Anfang Februar einsetzte. Mit Höchstkonzentrationen von 100 Pollen pro Kubikmeter Luft blieb die Belastung verglichen mit den Vorjahren aber etwas geringer.

Fiese Birke

Zurzeit befindet sich Zürich aber bereits mitten in der zweiten phänologischen Phase, dem Erstfrühling. Die Forsythienblüte ist ein deutlich sichtbares Zeichen für den Beginn des Erstfrühlings. Für viele Allergiker startet in dieser Phase mit der Birke eine sehr unangenehme Phase. Die Birke ist das wichtigste Baumpollenallergen. Rund acht Prozent der Bevölkerung sind darauf sensibilisiert. Je nach Jahr bringt sie eine sehr grosse Pollenproduktion von mehr als 1500 Pollen pro Kubikmeter Luft auf dem Zürichberg hervor. Der Blühbeginn kann relativ gut anhand der Grünlandtemperatursumme an einem Standort abgeschätzt werden. Diese errechnet sich wie folgt: Es werden ab Jahresbeginn alle positiven mittleren Tagesmitteltemperaturen erfasst und im Januar mit dem Faktor 0,5 und im Februar mit dem Faktor 0,75 multipliziert und zusammengezählt. Ab März zählt der volle positive Tagesmittelwert der Temperatur und geht in die Summe der Grünlandtemperatur ein. Wird im Frühjahr die Summe von 200 überschritten, erwacht die Vegetation so richtig aus dem Winterschlaf. Die Grünlandtemperatursumme ist deshalb auch für die Agrarwirtschaft entscheidend.

Birne, Kirsche, Apfel

Die Grünlandtemperatursumme von 200 wurde dieses Jahr auf dem Zürichberg am 16. März durchbrochen. Genau einen Monat früher als im Vorjahr, als der Winter nicht weichen wollte und die Vegetation einen erheblichen Rückstand hatte. Verglichen mit den Jahren 2012 und 2011 beträgt der Vorsprung dieses Jahr rund eine Woche. In den Jahren 2009 und 2010 wurde die Grünlandtemperatursumme von 200 erst 15 bis 20 Tage später erreicht als heuer. 2008 wurde diese Marke praktisch zeitgleich wie in diesem Jahr überschritten. 2007, vor sieben Jahren, stieg die Grünlandtemperatursumme letztmals schneller an als in diesem Jahr. Gegenüber dem Rekordjahr 2007 hat die Vegetation sogar einen Rückstand von knapp zwei Wochen. Zurzeit liegt die Grünlandtemperatursumme auf dem Zürichberg bei rund 260, in der Stadt bereits bei 340. Erfahrungswerte zeigen, dass deshalb in diesen Tagen mit der Blüte der Birke oder der Trauerweiden zu rechnen ist. Es folgen die farbenprächtigen Magnolien und die ersten Obstblüten. Die Stachel- und Johannisbeeren eröffnen die Obstblüte, es folgen dann nacheinander Pflaume, Birne und bei einer Grünlandtemperatursumme von 460 die Kirschen. In diese phänologische Phase fällt für die meisten heimischen Laubgehölze auch die Zeit der Laubentfaltung.

Mit der Apfelblüte hält in der Folge der Vollfrühling Einzug (Grünlandtemperatursumme von 700). Mit dem Löwenzahn durchschreitet Zürich die Zeit der Blütenfülle. Pollenallergiker sollten ihre Wäsche nicht im Freien trocknen, da sonst die Gefahr besteht, dass Pollen an der feuchten Wäsche haften bleiben. Und verzichten sollten sie auch auf ein Osterbäumchen mit blühenden Kätzchen, weil so sehr hohe Pollenkonzentrationen in Innenräumen auftreten können.

Frühe Heuschnupfenzeit im Erstfrühling