Bei welcher Wetter-App herrscht eitler Sonnenschein?

Auf den Smartphones sind sie nicht mehr wegzudenken: Wetter-Apps können das Wetter zwar auch nicht beeinflussen, aber zumindest schöner darstellen. Dieser Artikel hat bekannte und weniger bekannte Wetter-Apps auf dem Radar und zeigt ihre Hochs und Tiefs.

Wie wird das Wetter am Wochenende? Kann der Tennismatch noch fertig gespielt werden oder kommt schon die nächste Regenfront? Wie stark hat der Sturm letzte Nacht gewütet? Unsere Fragen rund ums Wetter beantworten wir heutzutage mit ein paar Klicks in unseren Wetter-Apps auf unseren Smartphones. Es gibt zahlreiche Wetter-Apps in den App-Stores und fast täglich kommen neue dazu. Alle mit einem etwas anderen Erscheinungsbild, alle mit ein paar neuen Funktionen und fast alle mit einer anderen Wetterprognose für die nächsten Tage. Auch wenn es hunderte Wetter-Apps gibt, haben sich einige wenige Apps als Froschkönige etabliert. Dieser Artikel beleuchtet die populärsten Apps, deckt Relevantes auf und sagt, was jeder über Wetter-Apps wissen muss.

Zweierlei Wetter-Apps

Eine gute Wetter-App liefert verlässliche Wetterinformationen, genaue Prognosen und bietet eine einfache und personalisierte Bedienung. Um beurteilen zu können, ob die Wetter-App verlässliche und gute Prognosen liefert, sollte sich jeder fragen: «Wer steckt dahinter?». Es gibt grundsätzlich zwei Gruppen von Wetter-Apps: Apps der Wetterbüros wie bspw. die App von MeteoSchweiz oder SRF Meteo, die ihre eigenen Daten, Dienste und Prognosen präsentieren, und Wetter-Apps wie «Wetter Alarm», «Landi Wetter», «Wetter Live» oder «Wetter für die Schweiz» von Firmen oder Entwicklern, die eingekaufte Wetterdaten neu darstellen. Hinter den Apps der ersten Gruppe stecken immer ortskundige Meteorologen, so dass die Qualität und Zuverlässigkeit grundsätzlich höher ist als bei der zweiten Gruppe. Grosse Unterschiede gibt es bei den rundum beliebten Orts- oder Punktprognosen. So kann zum Beispiel eine Lokalprognose für die Postleitzahl 8053 oder für den Bürkliplatz abgerufen werden. Solche Punktprognosen werden immer automatisch aus Wettermodellen generiert, sind also keine Prognosen von erfahrenen Meteorologen. Wie gut diese Punktprognosen sind, ist davon abhängig, wie gut das verwendete Wettermodell ist. Die App WeatherPro von MeteoGroup hat sich auf diese automatischen Punktprognosen spezialisiert und erreicht daher weltweit wie auch in der Schweiz eine hohe Qualität. Aber auch MeteoSchweiz, SRF Meteo und meteoblue haben eigene Modelle und Berechnungsverfahren, um eine hohe Zuverlässigkeit dieser automatischen Punktprognosen zu liefern. Anders sieht es bei Apps wie WetterOnline, «wetter.com», «Yahoo! Wetter», oder AccuWeather aus. Diese verwenden als Basis für ihre Punktprognosen in der Schweiz grob aufgelöste Weltwettermodelle, welche in der kleinräumigen und topografisch anspruchsvollen Schweiz völlig durchfallen und praktisch unbrauchbar sind. Gleiches gilt auch für die vorinstallierte iPhone-Wetter-App, weil sie Daten von «The Weather Channel» verwendet und in der Schweiz ein No-Go ist.

Ein Hoch auf diese drei Wetter-Apps

Die wertvollsten Informationen können übrigens in den Lauftexten des «Wetterberichts» in den Apps von MeteoSchweiz und SRF Meteo gefunden werden. Diese Texte werden von erfahrenen Meteorologen verfasst und mehrmals täglich aktualisiert. Diese Berichte schildern den Wetterablauf der nächsten Tage detailliert und geben einen viel besseren Überblick als einfache Sonne-Wolken-Regen-Symbole. Im Ausland geben die Punktprognosen von «WeatherPro» einen guten Überblick. Die Apps «MeteoSwiss», «SRF Meteo» und «WeatherPro» gehören deshalb auf jedes Smartphone.

 

SRF Meteo

Die App von SRF Meteo bringt die landesweit bekannten Wolken-animationen vom Fernsehen auf die Smartphones. Die App verfügt über einen von Meteo-rologen verfassten Wetterbericht und weltweite Orts-prognosen. Die Lokalprognosen in der Schweiz basieren auf einem hochaufgelösten Wettermodell speziell für Mitteleuropa. Mehrmals täglich werden Beiträge im Blog namens «Meteo-News» auf der App veröffentlicht.

Meine Erfahrung:

Intuitive Bedienung mit Glamour-Effekt. Die Expertise der Meteorologen kommt mit den standardisierten Ortsprognosen und den knappen Wetterberichten zu kurz.

Radar unterscheidet zwischen Regen und Schnee, Wetterbericht von Meteorologen, Saisonspezials wie Schneekarten.

Wenig detaillierter Wetterbericht, Grafiken wirken etwas überladen, keine Stationsmesswerte.

Bewertung:

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MeteoSwiss

Die offizielle App des Bundesamtes für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz besticht durch ihre individualisierbaren Darstellungs-möglichkeiten. Neben einem detaillierten Wetterbericht für die nächsten fünf Tage und einem Ausblick auf die Tage 6 und 7 ist auch ein Trend für die nächsten 14 Tage in Textform enthalten. Die Wetterprognosen und die Radarprognose stammen von einem hochaufgelösten Wettervorhersage-modell speziell für den Alpenraum.

Meine Erfahrung:

Den Wetterbericht und die Blogbeiträge lese ich jeden Tag. Im Sommer vertraue ich auf den Niederschlagsradar der MeteoSchweiz App.

Wetterbericht von Meteorologen, Radarprognose, zahlreiche Messwerte, intuitive Bedienung.

Im Ausland unbrauchbar, Radar unterscheidet nicht zwischen Regen und Schnee, keine Klimadaten zugänglich.

Bewertung:

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WeatherPro

Bei der Wetter-App «WeatherPro» von MeteoGroup stehen automatisierte Punktprognosen im Zentrum. Und genau darauf, hat sich MeteoGroup unter anderem spezialisiert. Die Prognosen von «WeatherPro» werden von amerikanischen und europäischen Modellen gefüttert und mit statistischen Verfahren, sogenannten Model Output Statistics (MOS) auf die lokalen Gegebenheiten angepasst. Damit gelingen weltweit verlässliche Prognosen.

Meine Erfahrung:

Ob in der Schweiz oder im Ausland: für eine einfache Lokalprognose nutze ich immer «WeatherPro». Wetterberichte von Meteorologen suche ich hier aber vergebens.

Weltweite Lokalprognosen, hohe Prognosegüte, einfaches und anschauliches Design.

Kein Wetterbericht von Meteorologen, Kein verlässlicher Radar für die Schweiz, exklusive Inhalte der Premium-Version.

Bewertung:

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meteoblue

Die App von meteoblue, einem Spin-off der Universität Basel, liefert weltweit ortsgenaue Wetterinformationen in hoher Qualität. Dafür verfolgt meteoblue einen sogenannten Ensemble-Ansatz und kombiniert und gewichtet verschiedene Wettermodelle miteinander, um daraus eine präzise Ortsprognose abzuleiten. Mit «Where2Go» bietet die App die einzigartige Möglichkeit, das beste Wetter für die nächsten Tage in einem Umkreis von z.B. 30 km zu finden.

Meine Erfahrung:

Seine Hochschulherkunft kann die App von meteoblue kaum verbergen. Vieles wirkt akademisch und detailverliebt. Wer genau das sucht, kommt mit meteoblue voll auf seine Kosten.

Weltweite Lokalprognosen auf Land und See, zahlreiche Wettermodelle, Where2Go, europäische Wind-Strömungsanimation.

Inhalte (z.B. Meteogramme) nicht Smartphone-optimiert, kein Wetterbericht von Meteorologen, Radar zu kompliziert.

Bewertung:

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MeteoNews

Die App von MeteoNews gibt es als einzige nur in der Bezahlversion. Für den Download sind 4 Franken fällig. Die App liefert Wetterprognosen und aktuelle Messwerte für Ortschaften in der Schweiz und Frankreich sowie für zahlreiche Orte weltweit. Die App liefert zudem Wintersportberichte der relevanten Skiorte und die Wassertemperaturen von Seen, Flüssen und Freibädern in der Schweiz und von Stränden in Feriendestinationen.

Meine Erfahrung:

Die App von MeteoNews macht einen veralteten und verstaubten Eindruck. Die letzte Aktualisierung muss Jahre zurückliegen. Der Kaufpreis von 4 Franken ist nicht gerechtfertigt.

Wassertemperaturen und Wintersportberichte, aktuelle und vergangene Messwerte, Webcams.

Unübersichtlich, veraltetes Design, geringer Funktionsumfang, nur in der Bezahlversion erhältlich.

Bewertung:

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Wetter Alarm

Der «Wetter Alarm» war eine der ersten Wetter-Apps der Schweiz. Heute wird sie von den kantonalen Gebäude-versicherungen und der Helvetia Versicherung betrieben. Die Wetterdaten werden von SRF Meteo geliefert. «Wetter Alarm» informiert per App und Push-Nachrichten über aufkommende Unwetter in der Schweiz. Zudem können Ortsprognosen der kommenden 5 Tage für die ganze Schweiz abgerufen werden.

Meine Erfahrung:

In Punkto Design und Übersicht gibt der «Wetter Alarm» den Takt vor. Im Sommer hilft der exklusive Blitzradar beim Beobachten von Gewittern.

Schönes, intuitives Design, Blitzradar, Pegelstände, Informationen zu Gewässern, Push-Mitteilungen vor Unwettern.

Kein Wetterbericht von Meteorologen, im Ausland unbrauchbar, keine aktuellen Wetterdaten.

Bewertung:

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Bei welcher Wetter-App herrscht eitler Sonnenschein?

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