MeteoZurich - wetterseite - Wetter- und Klimaportal für Zürich


Direkt zum Seiteninhalt

NAO

Forschung

Sie werden automatisch zu metheo weitergeleitet...

Nordatlantische Oszillation NAO
Die NAO beschreibt die Druckschaukel zwischen dem Azorenhoch und dem Islandtief, wel-che die Westwindaktivität in Europa bestimmt. Bei grossem Druckunterschied wehen starke Westwinde und bringen in den Wintermonaten milde und feuchte Atlantikluft bis weit in den Kontinent. In diesem Fall erleben wir einen typischen Warmwinter ohne Schnee. Wenn jedoch dieser Luftdruckgegensatz klein ist, flauen die Westwinde ab und eisige Ostwinde führen arktische Luft aus Sibirien in den Alpenraum und bescheren uns die kalten Winter. So kann man das NAO-Muster seit vielen Jahren beobachten. Da die NAO heute ein wichtiges Instrument für die saisonalen Winterprognosen in Europa darstellt, ist dem NAO-Muster grosse Wichtigkeit einzuräumen.

Statistische Struktur der NAO
Betrachten wir zuerst die Periode der letzten ca. 200 Jahre. Seit 1800 kann ein ziemlich konstantes NAO-Muster erkannt werden, wobei eine NAO-Periode rund 60 Jahre dauert. Nach 30 Jahren mit vermehrt negativen NAO-Indizes folgen ca. 30 Jahre mit überwiegend positiven NAO-Indizes. Wie auf der Abbildung 15 ersichtlich, befand sich der NAOI zwischen 1800 und 1845 in einer vermehrt negativen Phase, danach wurde er von einer 35-jährigen (1845-1880) positiven Phase abgelöst. Von 1880 bis 1900 war der NAO-Index wieder häufig negativ, bevor er zwischen 1900 und 1935 wieder hohe Werte erreichte. Nach dieser positiven Phase kam rhythmusgemäss eine negative Phase, welche von 1935 bis 1980 andauerte. Seit 1980 befinden wir uns nun in einer Phase mit hohen NAO-Indizes, also bereits seit rund 30 Jahren. Seit 1800 haben die positiven Phasen immer rund 35 Jahre gedauert. Ordnungsgemäss dürfte also der NAO-Index etwa um 2015 wieder in die negative Phase wechseln. Daten: Luterbacher 2002 und NOAA

Auswirkungen auf die Temperaturen in der Schweiz
Bei den Temperaturen stellen die Alpen die Grenze zwischen Nord- und Südeuropa dar und somit auch die Grenze der NAO-Folgen. Bei einem positiven NAO wird mit der ausgesprochen zonalen Strömung sehr milde Meeresluft nach Nord- und Mitteleuropa geführt, also auch auf die Alpennordseite. Da während einem positiven NAO-Ereignis meist eine ausgeprägte Südwestömung herrscht, kann es teilweise auch zu Föhneffekten kommen. Die Temperaturen werden dann zusätzlich in die Höhe getrieben. Vom Föhn profitieren vor allem die Alpentäler, doch auch die ganze Nordostschweiz liegt im Föhneinfluss und kann von milderen Temperaturen profiDie häufigen Inversionslagen bei negativen NAO-Phasen führen natürlich auch in der Schweiz, vor allem auf der Alpennordseite, zu unterdurchschnittlichen Temperaturen. Auf der Höhe der Inversionsschicht bildet sich im Winter meist eine zähe Hochnebeldecke, welche die schwache Wintersonne auch tagsüber nicht auflösen kann. Die Bise hebt die Hochnebelschicht, welche an den Alpen „gestaut“ ist, weit in die Höhe. Deshalb liegen die Tageshöchsttemperaim sonnenarmen Schweizer Mittelland während einer negativen NAO-Phase meist noch etwas tiefer als jene weiter im Norden, wo es nebelfrei ist. Aufgrund der Alpen reagieren die Temperaturen im Schweizer Mittelland also meist extremer als im übrigen Mitteleuropa.

Während positiven NAO-Phasen sind die Winter in der Schweiz auch niederschlagsreicher und in negativen trockener. Ebenfalls steigt die Wintersturmaktivität in Mitteleuropa während positiven NAO-Zeiten deutlich an. Sturmtiefs können eingelagert im Westwinddrift über dem warmen Atlantik rasch an Kraft gewinnen und ziehen dann voller Wucht nach Europa.


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü