Trotz kühlem Mai – Frühling 2014 einer der wärmsten

Zürich ist im Sommer angekommen. Der treppenähnliche Weg vom Winter in den Sommer war geprägt von einem steilen Start und einem nachfolgend seitwärtsgerichteten Auf und Ab. 

 

Seit dem ersten Juni befindet sich die Nordhalbkugel im meteorologischen Sommer. Dieser dauert bis am 31. August. Nach verhaltenem Start stiegen die Temperaturen an Pfingsten erstmals in den hochsommerlichen Bereich. Hohe Temperaturen und die langen Tage machen das Sommerfeeling perfekt. Für die nächsten rund zwei Monate dominiert das Licht – die Tage dauern fast doppelt so lange wie die Nächte. Anfang Juni beträgt die Tageslänge in Zürich bereits 15 Stunden und 41 Minuten. Dieser Wert steigt bis zur Sommersonnenwende am 21. Juni auf 15 Stunden und 57 Minuten. Danach werden die Tage tendenziell zwar bereits wieder kürzer – dies ist jedoch im ersten Monat noch kaum spürbar. So beträgt die Tageslänge Ende Juli immer noch rund 15 Stunden, erst ab August verkürzt sie sich wieder spürbar. Ende August gibt es in Zürich noch 13 Stunden und 24 Minuten Tageslicht.

 

Warmer Frühling – heisser Sommer?

Tendenziell legt der Frühling die Basis für den Sommer. Ein Blick in die Klimahistorie zeigt nämlich, dass die Chancen für einen warmen Sommer nach einem warmen Frühling besser stehen als nach einem kühlen Frühling. Die letzten rund 20 Jahre haben diesen Zusammenhang aber deutlich abgeschwächt. So folgten nach dem sehr warmen Frühling 2007 und 2011 leicht zu kühle Sommer. Letztes Jahr folgte auf einen sehr kühlen Frühling aber der wärmste Sommer seit zehn Jahren. Obwohl 1994 und 2003 auf einen warmen Frühling auch ein heisser Sommer folgte, zeigen die letzten Jahre, dass der vorangehende Frühling trotzdem nur wenig über den kommenden Sommer bekannt gibt. Ein Blick zurück lohnt sich trotzdem und zeigt, wie der Frühling 2014 einzustufen ist.

 

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Der Verlauf der Temperaturen vom Winter in den Sommer gestaltet sich in der Schweiz typischerweise treppenähnlich, so auch dieses Jahr: Zwei Stufen hoch, eine Stufe hinab.

 

Wieder in den Top 10

Der meteorologische Frühling 2014 (März-Mai) startete wie die Feuerwehr. Die erste Hälfte, März bis Mitte April, war rekordverdächtig warm. März wie April waren verglichen mit der Referenzperiode 1981-2010 um mehr als 2 Grad übertemperiert. Ab Mitte April setzte das für den mitteleuropäischen Frühling eigentlich typische Wettermuster ein: milde und sonnige Tage wurden von kühlen und nassen Tagen abgelöst. Ein unbeständiges Auf und Ab, in welchem der Frühling auf der Treppe vom Winter in den Sommer zwei Stufen emporsteigt, um dann wieder eine Stufe abwärts zu gehen. Im Mai waren grosse Schritte nach oben selten. Unter dem Strich war der Mai 2014 dann verglichen mit den Jahren 1981-2010 um etwas mehr als ein halbes Grad unterkühlt und somit der zweite zu kühle Mai in Folge. Im Vorjahr fiel das Wärmedefizit mit fast zweieinhalb Grad jedoch deutlich markanter aus. Zieht man das Maitemperaturmittel der Jahre 1961-1990 heran, so war der diesjährige Mai sogar etwas zu mild. Alle diesjährigen Frühlingsmonate zusammen waren in Zürich im Durchschnitt 10,3 Grad mild und brachten einen Wärmeüberschuss von mehr als einem Grad gegenüber dem Referenzwert der Jahre 1981-2010. In Zürich folgte somit auf den 5.-wärmsten Winter der 8.-wärmste Frühling seit Messbeginn 1864. Dies zeigt, wie aussergewöhnlich warm das letzte Halbjahr verlief.

 

Warmjahr 2014?

Verglichen mit dem kühlen Vorjahres-Frühling war der diesjährige Frühling fast drei Grad wärmer und reiht sich ein in das Muster der deutlichen Häufung warmer Frühlinge seit rund 25 Jahren. Vor allem die letzten zehn Jahre brachten einen Rekordfrühling nach dem anderen. 2012, 2011, 2009 und 2007 waren in Zürich die wärmsten Frühlinge seit Messbeginn. Ein Frühling wie jener in diesem Jahr wäre noch vor zehn Jahren einer der wärmsten überhaupt gewesen. Nun reicht es „nur“ noch auf Rang 8.

Der Frühling setzte die seit letztem Sommer eingesetzte Wärmeperiode fort. Das bisherige Jahr 2014 (Januar-Mai) war in der Limmatstadt das 3.-wärmste seit Messbeginn 1864. Wärmer war die gleiche Periode nur 2011 und vor allem 2007. Während 2011 am Ende des Jahres dann sogar das schweizweit wärmste Jahr überhaupt darstellte, stürtzte das Wetterjahr 2007 in der zweiten Hälfte nach einem durchzogenen Sommer und einem kühlen Herbst regelrecht ab und landete „nur“ auf Platz 6 der wärmsten Jahre. Ähnliches wiederholte sich 1990.

Zusammenfassend gilt der Befund, dass die Chancen auf ein sehr warmes Jahr 2014 gut stehen. Da aber noch nicht einmal die halbe Strecke zurückgelegt ist, sollten keine voreiligen Schlüsse gezogen werden. Nach oben wie auch nach unten gibt es noch viel Luft.

 

Trotz kühlem Mai – Frühling 2014 einer der wärmsten

Frühe Heuschnupfenzeit im Erstfrühling

Nach den deutlich zu warmen Monaten Januar und Februar, welche auf dem Zürichberg jeweils rund drei Grad wärmer waren als der langjährige Durchschnitt 1981-2010, verlief die erste Märzhälfte mit einer Abweichung von mehr als zwei Grad bisher ebenfalls deutlich zu mild.

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Letztmals startete der Frühling in Zürich vor 7 Jahren noch schneller durch als heuer.

Mit der immer stärker werdenden Sonnenscheinstrahlung erreichten die Temperaturen Mitte März für die Jahreszeit hohe Werte. Auf der Alpennordseite wurden frühlingshafte 20 Grad erreicht. Zu erwähnen ist  auch die Höhe der Nullgradgrenze. Diese lag in der ersten Märzhälfte auf sommerlichem Niveau. Beispielsweise am 9. März kletterte sie auf 3200 Meter Höhe, was einem gewöhnlichen Wert in der zweiten Junihälfte entspricht. Dies ist für die Jahreszeit doch bemerkenswert, wenn auch nicht aussergewöhnlich, da die Nullgradgrenze grossen Schwankungen unterliegt. Schweizweit mit Abstand die höchsten Temperaturen wurden bisher auf der Alpensüdseite verzeichnet, wo die Sommermarke von 25 Grad gleich an mehreren Stationen und Tagen überschritten wurde. Im Südtessin zeigte das Thermometer bereits einen Höchstwert von 26,4 Grad, sogar ohne Nordföhneinfluss. Dies bedeutet Egalisierung der Plätze 2 und 3 der höchsten, je im März registrierten Temperaturen, wie MeteoSchweiz mitteilte. Meteorologisch herrschte bereits Sommer, noch bevor es kalendarisch am 20. März Frühling wurde. Die seit Jahresbeginn anhaltend übertemperierten Verhältnisse haben natürlich spürbare Auswirkungen auf die Vegetationsentwicklung in der Schweiz und Mitteleuropa. Der Teilbereich der Meteorologie, der sich mit den jedes Jahr vom Wetter abhängigen, wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungszuständen von Pflanzen beschäftigt, wird Phänologie genannt.

Früher Vorfrühling

Der Deutsche Wetterdienst DWD teilt das phänologische Jahr in zehn Phasen. Fixiert werden diese Phasen durch bestimmte Wachstumsstadien an ausgewählten Pflanzen. Die erste phänologische Phase im Jahr ist der Vorfrühling, welcher mit dem Stäuben der Kätzchen der Haselsträucher und dem Blühen der Schneeglöckchen einhergeht. Diese erste Phase ist sehr stark durch die Witterung geprägt und kann von Ende Dezember bis in den März auftreten. Dieses Jahr begann der Vorfrühling bereits in der ersten Januarhälfte rund drei Wochen früher als in durchschnittlichen Jahren. In dieser Phase blüht auch die Erle und somit beginnt für die Allergiker die unangenehme Heuschnupfen-Zeit. Nicht jedes Jahr geben die Pflanzen aber gleich viele Pollen in die Luft ab. Langanhaltend und immer noch nicht zu Ende ist dieses Jahr die Haselblüte. Mit knapp 310 Pollen pro Kubikmeter Luft waren die Höchstkonzentrationen auf dem Zürichberg zwar vergleichbar mit den Vorjahren, jedoch wurden praktisch während dem ganzen Februar starke bis sehr starke Belastungen registriert. Ebenfalls lange dauert dieses Jahr die Erlenblüte, welche bereits Anfang Februar einsetzte. Mit Höchstkonzentrationen von 100 Pollen pro Kubikmeter Luft blieb die Belastung verglichen mit den Vorjahren aber etwas geringer.

Fiese Birke

Zurzeit befindet sich Zürich aber bereits mitten in der zweiten phänologischen Phase, dem Erstfrühling. Die Forsythienblüte ist ein deutlich sichtbares Zeichen für den Beginn des Erstfrühlings. Für viele Allergiker startet in dieser Phase mit der Birke eine sehr unangenehme Phase. Die Birke ist das wichtigste Baumpollenallergen. Rund acht Prozent der Bevölkerung sind darauf sensibilisiert. Je nach Jahr bringt sie eine sehr grosse Pollenproduktion von mehr als 1500 Pollen pro Kubikmeter Luft auf dem Zürichberg hervor. Der Blühbeginn kann relativ gut anhand der Grünlandtemperatursumme an einem Standort abgeschätzt werden. Diese errechnet sich wie folgt: Es werden ab Jahresbeginn alle positiven mittleren Tagesmitteltemperaturen erfasst und im Januar mit dem Faktor 0,5 und im Februar mit dem Faktor 0,75 multipliziert und zusammengezählt. Ab März zählt der volle positive Tagesmittelwert der Temperatur und geht in die Summe der Grünlandtemperatur ein. Wird im Frühjahr die Summe von 200 überschritten, erwacht die Vegetation so richtig aus dem Winterschlaf. Die Grünlandtemperatursumme ist deshalb auch für die Agrarwirtschaft entscheidend.

Birne, Kirsche, Apfel

Die Grünlandtemperatursumme von 200 wurde dieses Jahr auf dem Zürichberg am 16. März durchbrochen. Genau einen Monat früher als im Vorjahr, als der Winter nicht weichen wollte und die Vegetation einen erheblichen Rückstand hatte. Verglichen mit den Jahren 2012 und 2011 beträgt der Vorsprung dieses Jahr rund eine Woche. In den Jahren 2009 und 2010 wurde die Grünlandtemperatursumme von 200 erst 15 bis 20 Tage später erreicht als heuer. 2008 wurde diese Marke praktisch zeitgleich wie in diesem Jahr überschritten. 2007, vor sieben Jahren, stieg die Grünlandtemperatursumme letztmals schneller an als in diesem Jahr. Gegenüber dem Rekordjahr 2007 hat die Vegetation sogar einen Rückstand von knapp zwei Wochen. Zurzeit liegt die Grünlandtemperatursumme auf dem Zürichberg bei rund 260, in der Stadt bereits bei 340. Erfahrungswerte zeigen, dass deshalb in diesen Tagen mit der Blüte der Birke oder der Trauerweiden zu rechnen ist. Es folgen die farbenprächtigen Magnolien und die ersten Obstblüten. Die Stachel- und Johannisbeeren eröffnen die Obstblüte, es folgen dann nacheinander Pflaume, Birne und bei einer Grünlandtemperatursumme von 460 die Kirschen. In diese phänologische Phase fällt für die meisten heimischen Laubgehölze auch die Zeit der Laubentfaltung.

Mit der Apfelblüte hält in der Folge der Vollfrühling Einzug (Grünlandtemperatursumme von 700). Mit dem Löwenzahn durchschreitet Zürich die Zeit der Blütenfülle. Pollenallergiker sollten ihre Wäsche nicht im Freien trocknen, da sonst die Gefahr besteht, dass Pollen an der feuchten Wäsche haften bleiben. Und verzichten sollten sie auch auf ein Osterbäumchen mit blühenden Kätzchen, weil so sehr hohe Pollenkonzentrationen in Innenräumen auftreten können.

Frühe Heuschnupfenzeit im Erstfrühling

Sieben wissenswerte Fakten zum Frühling

Die Vögel zwitschern. Die Sonne scheint von Tag zu Tag länger und stärker. Krokusse und Schneeglöckchen setzen bunte Farbtupfer in die braunen, kahlen Wiesen. Die ersten Störche  kehren aus ihrem Winterquartier Spanien zurück in die Schweiz. Die Zeichen sind eindeutig. Der Frühling steht vor der Tür. Meteorologisch beginnt der Frühling am 1. März und endet am 31. Mai. Sieben wissenswerten Fakten sollten sie über die anstehende Jahreszeit wissen.

1. Phänologischer Frühling

Im Frühling erwacht die Vegetation aus dem Winterschlaf. Mit dem Blühbeginn des Hasels beginnt der phänologische Frühling. Aufgrund des aussergewöhnlich milden Winters war dies heuer auf dem Zürichberg bereits am 13. Januar der Fall. Rund 3 Wochen früher als im langjährigen Mittel. Auch der Saisonstart der Erle hatte dieses Jahr einen zeitlichen Vorsprung. Um den phänologischen Frühling als Gesamtheit zu charakterisieren, werden von rund 80 Stationen des phänologischen Messnetzes von MeteoSchweiz zehn Phasen von neun Pflanzenarten beobachtet. So sind exemplarisch der Nadelaustrieb der Lärche oder die Blattentfaltung der Buche sowie die Blüte des Löwenzahns wichtig.

2. Schnee im Frühling?

Obwohl es scheint, dass der Winter vorbei ist, kann es auch im Frühling zu Schneefällen kommen. Im langjährigen Durchschnitt 1981-2010 treten in Zürich im März drei Tage mit Schneefällen auf. Im April ist es dann nur noch einer. Betrachtet man die Periode zwischen 1931 und dem letzten Jahr, so lag der mittlere Termin des letzten Schneefalls am 6. April. In jedem dritten Jahr fällt der letzte Schnee aber vor dem 25. März. Erstaunlicherweise konnte der letzte Schneefall aber auch in jedem dritten Jahr nach dem 15. April beobachtet werden. So auch im vergangenen Jahr, als es am 20. April zum letzten Mal schneite.

3. Märzwinter

Winterliche Verhältnisse in der ersten Märzhälfte sind selbst im Flachland ein fester Bestandteil des Schweizer Klimas, wie MeteoSchweiz schreibt. Aus Schneedaten für Zürich seit 1931 geht hervor, dass die durchschnittliche Schneehöhe gegen Ende Februar erwartungsgemäss geringer wird, bevor sie aber zwischen dem 5.-8. März aufgrund von neuen Schneefällen wieder sprunghaft ansteigt. Danach sackt die durchschnittliche Schneehöhe in Zürich rasant ab. Der Märzwinter kann deshalb zu den sogenannten Singularitäten gezählt werden. Eine Singularität ist ein Witterungsregelfall, der sich durch eine signifikante Abweichung des erwarteten Wetterablaufes auszeichnet. So gehört auch das Weihnachtstauwetter zu den Singularitäten.

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Die mittleren Schneehöhen 1931-2013 von Zürich zeigen den typischen Märzwinter Anfang Monat (linke Grafik). Die durchschnittliche tägliche Sonnenscheindauer zeigt, dass es anfang April häufig trüb ist (rechte Grafik). Datenquelle: ECA&D

4. Trüber Aprilanfang

Ein weiterer Witterungsregelfall ist anfangs April zu erkennen. In dieser Zeit sinken die langjährigen Tageshöchstwerte nach einem kontinuierlichen Steigerungslauf entgegen den Erwartungen wieder. So liegen die Höchstwerte Anfang April rund ein Grad tiefer, als noch Ende März. Ein Blick in die Wetterdaten zeigt, dass in dieser Periode auch die Sonne weniger lange scheint und es deutlich höhere Niederschlagssignale gibt, als in den Tagen davor und danach. Ein trüber Start in den April ist also der Regelfall.

5. Die Eisheiligen

Die Eisheiligen sind wohl der bekannteste Witterungsregelfall. Zu Unrecht, denn eigentlich sind die Eisheiligen klimatologisch nicht zu beweisen. Die Eisheiligen prophezeien einen Kälterückfall zwischen dem 11.-15. Mai. Jedoch ist ein solcher Kälterückfall in den Wetterdaten nicht auszumachen. Kälterückfälle kommen im Mai zwar immer wieder vor, jedoch sind diese gleichmässig über den Monat verteilt und treten jedes Jahr zu einem anderen Zeitpunkt auf. Häufig wurde es in der Zeit der eigentlichen Eisheiligen in den letzten Jahren sogar ungewöhnlich heiss, so dass sogar die Rede von den „Schweissheiligen“ war. Im Mai gibt es im langjährigen Durchschnitt drei Sommertage mit Höchsttemperaturen über 25 Grad. Diese treten aber häufiger Ende Monat auf.

6. Wärmere Frühlinge

Im Laufe der 1980er-Jahre erfolgte ein Temperatursprung zu deutlich höheren saisonalen Temperaturen. So haben sich die Frühlinge in Zürich in den letzten 50 Jahren um anderthalb Grad erwärmt! Nach einer langen Reihe übertemperierter Frühlinge wurde letztes Jahr der erste unterkühlte Frühling seit 25 Jahren beobachtet. Mit durchschnittlich 7,4 Grad war der Frühling in Zürich um 1,7 Grad kälter als der Referenzwert der Jahre 1981-2010.

7. Milder Frühling 2014?

Doch wie wird der anstehende Frühling? Erleben wir eine Rückkehr zu den warmen Frühlingen oder wiederholt sich die Geschichte des Vorjahres? Ein Jahr ohne Frühling wie im letzten Jahr scheint unwahrscheinlich. Aktuelle Berechnungen vom britischen Wetterdienst MetOffice und vom International Research Institute for Climate and Society zeigen eine Tendenz zu überdurchschnittlichen Temperaturverhältnissen im Frühling 2014. Jedoch gibt es auch Hinweise, dass der Frühling feuchter als normal werden könnte.

Von den letzten Schneefällen im März bis zu den ersten Sommertagen im Mai: Der Frühling bringt den Übergang vom Winter in den Sommer. Dieser Übergang ist aber nicht stetig sondern vielmehr ein Auf und Ab. Das wertvolle an der bevorstehenden Jahreszeit ist aber das Aufwachen und Erblühen der Vegetation in der wärmenden Frühlingssonne.

Sieben wissenswerte Fakten zum Frühling

Der Frühling in Zürich wird immer wärmer

Auf dem Zürichberg war der Frühling 2012 der viertwärmste der Messreihe mit Beginn im Jahr 1864. Die Temperaturen lagen zweieinhalb Grad über der Normwertperiode 1961-1990. Damit setzt der diesjährige Frühling den Aufwärtstrend fort. 

Fruehling-Temperaturen

Seit Anfang der 80er-Jahre erwärmen sich die Frühling mit 0,8 Grad pro Jahrzehnt!
Wetterdaten: MeteoSwiss

Die sechs wärmsten Frühlinge in Zürich wurden alle seit 2000 beobachtet, die fünf wärmsten fanden allesamt in den letzten zehn Jahren statt und die vier wärmsten liegen alle nicht mehr als sechs Jahre zurück. Im Sport würde dieses Phänomen Rekordjagt genannt werden, in der Klimatologie dürfte es ein Zeichen des Klimawandels sein. Wie aus Daten von MeteoSchweiz hervorgeht, war der am 31. Mai zu Ende gegangene Frühling auf dem Zürichberg mit durchschnittlich 10,5 Grad zwar ein Grad kühler als sein letztjähriger Vorgänger aber trotzdem der viertwärmste in der Messreihe. Zum grossen Wärmeüberschuss hat vor allem der stark übertemperierte März beigetragen. So lag die Mitteltemperatur des März im Bereich eines leicht zu warmen Aprils! In der Südschweiz war der dritte Monat des Jahres örtlich bis zu fünf Grad zu warm und somit der wärmste in der Messreihe. Nach dem eisigen Februar wurde der Alpenraum gleich in den Hochfrühling katapultiert. Der April konnte in der Folge nur ein bescheidenes Wärmepolster vorweisen. Nach einem durchzogenen und über weite Strecken trüben April, der lange Zeit kühler war als der vorangegangene März, folgte ein heisses Aprilfinale, so dass die Mitteltemperatur noch deutlich angehoben wurde. Während des Föhnsturms wurden verbreitet die höchsten Apriltemperaturen seit Messbeginn registriert. Auf dem Zürichberg wurde es am 28. April mit 28,8 Grad hochsommerlich warm. In der Nacht auf den 29. April sank das Thermometer nicht unter 20 Grad, was einer so genannten Tropennacht gleichkommt. In Zürich war es die erste Tropennacht überhaupt in einem April. Der Mai begann dann mit Starkniederschlägen, welche die lange Trockenheit etwas entschärften. Kurz darauf folgte aber der nächste Hitzeschub. So wurde am 11. Mai die 30-Grad-Marke auf dem Zürichberg nur knapp verfehlt. An anderen Orten des Mittellandes reichte es für einen Hitzetag. Auch dank des sommerlichen Monatsendes war der Mai mehr als 2 Grad zu warm.

Trocken und sonnig
Der Frühling 2012 war auch ein Frühling des Sonnenscheins. Bereits im März zeigte sich die Sonne mehr als 200 Stunden und auch im Mai gab es erneut 200 Sonnenstunden. Nur der April war häufig trüb und brachte nur rund 120 Sonnenstunden hervor. Mit 550 bis 600 Stunden Sonnenschein war es ein sehr sonniger Frühling. Die sonnige Witterung wurde im März und April auch von der weiterhin anhaltenden Trockenheit begleitet. Der März brachte nur rund einen Drittel, der April zwei Drittel der üblichen Niederschlagsmengen. Mit zwei Starkniederschlagsereignissen war zumindest der Mai durchschnittlich feucht. Seit Juli 2010 befindet sich die Region Zürich in einer Trockenheit, seither sind die über 12 Monate betrachteten Niederschlagssummen deutlich unterdurchschnittlich. Zurzeit fehlen rund 120 Liter Wasser pro Quadratmeter. Vor einem Jahr war die Lage mit einem Defizit von 180 Liter noch etwas angespannter.

2 Grad wärmer
Die trockenen Frühlingsmonate der letzten Jahre täuschen jedoch ein wenig und erzählen nur die halbe Wahrheit. Beim Betrachten des 30-jährigen Mittels der Niederschlagssummen fällt auf, dass die Niederschläge im März und vor allem im Mai in den letzten Jahrzehnten zugenommen haben. Der Mai bringt heute im Durchschnitt 20 Liter mehr Niederschlag pro Quadratmeter als noch vor 20 Jahren. Nur im April haben die Niederschläge über die letzten Dekaden leicht abgenommen. Viel eindeutiger sind die Trends bei den Temperaturen. Keine Jahreszeit erwärmt sich so stark und so rasch wie der Frühling! Seit 1990 wurden alle Frühlingsmonate in Zürich 1,2 bis 1,3 Grad wärmer. So sind heute Frühlinge rund 2 Grad wärmer als noch um 1880. Die Frühlingsmonate erwärmten sich in den letzten 30 Jahren mit einer Rate von 0,8 Grad pro Jahrzehnt. Die Sommermonate kommen auf eine Rate von 0,4 Grad pro Dekade und die Herbst-und Winter auf nur 0,1 bis 0,2 Grad pro 10 Jahre. Über die letzten 50 Jahre betrachtet, haben sich die Herbst- und Wintermonate aber auf um 0,3 bis 0,4 pro Dekade erwärmt. Wenn die Erwärmungstrends im gleichen Stil anhalten, sind in weniger als 20 Jahren Frühlinge wie der diesjährige bereits Durchschnitt und keine Rekorde mehr.

Der Frühling in Zürich wird immer wärmer