Wettersicherheit: das beste Datum für die nächste Grillparty

Gibt es wettersichere Tage im Jahr? Das würde die Planung der nächsten Grillparty erheblich vereinfachen.

 

Wie gross ist die Wettersicherheit für ein bestimmtes Datum, einen bestimmten Tag oder eine bestimmte Periode im Jahr? Diese Frage wird Meteorlogen meist im Zusammenhang mit einer Veranstaltung wie einem Dorffest, Openair oder einfach einer Grillparty gestellt. In Zürich wird das Wetter rund um die Uhr seit mehreren Jahrzehnten von MeteoSchweiz beobachtet. Das Datenarchiv wird täglich umfangreicher. Ein Blick in die Beobachtungszeitreihe verrät, welcher Tag im langjährigen Mittel der wärmste, trockenste und sonnigste Tag im Jahr ist? Zudem wird ersichtlich, ob und wie sich dies im Laufe der Zeit verändert hat. Liefert diese Analyse bereits die nötigen Hinweise für das nächste Gartenfest?

 

Ende Juli am wärmsten

In Zürich brachte im langjährigen Mittel der Periode 1981-2010 der 30. Juli den heissesten Tag im Jahr. Mit durchschnittlich 25,7 Grad erreicht die Höchsttemperatur im Schnitt einen nur geringfügig höheren Wert als jener am Vortag (29. Juli), der 25,6 Grad vorzuweisen hat. Auf Platz 3 folgt der 23. Juli mit einer mittleren Höchsttemperatur von 25,2 Grad in Zürich.

In den Jahren zwischen 1961-1990 war die heisseste Zeit im Jahr zwischen dem 12. Juli und dem 14. August. Von den zehn wärmsten Tagen im Jahr lagen je fünf im Juli und August. Grundsätzlich hat sich an dem wenig verändert, jedoch konzentriert sich in jüngster Vergangenheit, zwischen 1981-2010, die heisseste Zeit des Jahres hauptsächlich auf das letzte Julidrittel. Die im langjährigen Durchschnitt sieben wärmsten Tage im Jahr sind alle dort angesiedelt. Erstaunlich ist zudem die Beobachtung, dass mit dem 19. August nur noch ein Augusttag zu den wärmsten zehn Tagen des Jahres gehört. Im Zuge der globalen Erwärmung wurden die wärmsten Tage in der Periode 1981-2010 um gut zwei Grad wärmer gegenüber 1961-1990. Die Chance für Wärme ist Ende Juli also am grössten. Es soll aber nicht nur warm sondern auch sonnig sein.

 

Ende Juni am sonnigsten

Mit durchschnittlich 9 Stunden scheint die Sonne in Zürich am 29. und 30. Juni am längsten, sofern als Datengrundlage die Periode 1981-2010 berücksichtigt wird. Im Mittel noch 8,3 Sonnenstunden gibt es am 29. Juli. Auch die Tage 20./21. Juli sowie 18./19. August bringen mit 8,2 Stunden in Zürich im langjährigen Durchschnitt sehr viel Besonnung. Früher, zwischen 1961-1990, brachte in Zürich der 7. Juli mit 8,4 Sonnenstunden den Höhepunkt im Jahr. Am wenigsten Sommersonne bringen im langjährigen Durchschnitt die Tage zu Beginn des Junis (Schafskälte) und Ende August – nach Zusammenbruch des Hochsommers. Zwischen 1981-2010 brachte der 6. Juni im Durchschnitt lediglich 4,2 und der 26. August nur 4,9 Sonnenstunden. Das sonnige Dorffest sollte im langjährigen Mittel also eher Ende Juni angesiedelt werden. Sonne will jeder, doch eigentlich soll es vor allem trocken sein.

 

Trocken am 30. Juni?

Allmählich kristallisiert sich ein Hammertag im Zürcher Sommerwetter heraus: Der 30. Juni bringt nicht nur am meisten Sonne, sondern war zwischen 1981-2010 im Schnitt auch der trockenste Tag im Sommer. Aber er ist keineswegs in jedem Jahr trocken. Durchschnittlich fällt auch an diesem Tag in Zürich 1,5 mm Regen. Ebenfalls recht trocken sind der 9./19./20. Juli sowie der 25. Juni. Mit Abstand am meisten Sommerregen brachte zwischen 1981-2010 mit gemittelt mehr als 9 mm Regen der 8. August in Zürich. Auch der 5. und 23. Juli kriegen in dieser Statistik nasse Füsse. Der grosse Regen nach der ersten Augustwoche ist aber kein neues Phänomen. Bereits in der Periode 1961-1990 brachte der 7. August mit 9 mm von allen Sommertagen am meisten Regen.

 

Die Statistik spricht deutliche Worte: das beste Datum für eine Grillparty in Zürich ist der 30. Juni. Leide fällt er dieses Jahr auf einen Dienstag. ;-)
Die Statistik spricht deutliche Worte: das beste Datum für eine Grillparty in Zürich ist der 30. Juni. Leider fällt er dieses Jahr auf einen Dienstag. 😉

Sommerzeit = Gewitterzeit

Der Sommer ist in der Schweiz aber keinesfalls die trockenste Jahreszeit. Die Gewitteraktivität lässt den Sommer regelmässig zur nassesten Jahreszeit werden. Der trockenste Sommertag ist im langjährigen Durchschnitt lediglich der 37.-trockenste Tag des Jahres. Zwischen 1981-2010 ist der trockenste Tag des Jahres am 18. Oktober zu finden. Dicht auf dessen Fersen sind der 15. und 31. Januar, die meist auch trocken ausfallen. Um das Gewitterrisiko bei der nächsten Grillparty zu minimieren, gilt es eine einfache Regel zu beachten, wie eine neue Untersuchung von MeteoSchweiz zeigt. Egal wo in der Schweiz. Es gilt für alle dasselbe: wer möglichst selten verregnet werden will, führt seine Aktivitäten besser am späten Vormittag, zur Mittagszeit oder am frühen Nachmittag durch. Am Abend hingegen ist die Regenhäufigkeit in allen Regionen höher als um die Mittagszeit. In Zürich ist die Regenhäufigkeit in den Abendstunden rund 50 % höher als um die Mittagszeit. Eine Garantie gibt es aber nicht. Auch um die Mittagszeit besteht in Zürich immer ein Regenrisiko von 7 %, wie langjährige Beobachtungen zeigen.

Für eine Grillparty stehen die Chancen am 30. Juni zur Mittagszeit also am allerbesten – dieses Jahr fällt das Datum jedoch auf einen Dienstag.

 

"Regenhäufigkeit (Anteil der Stunden in Prozent, während denen es mehr als 0.2 mm geregnet hat) im Verlauf des Tages für jede Stunde von 0 bis 24 Uhr (Mitteleuropäische Sommerzeit MESZ) für die drei Sommermonate Juni, Juli und August in Glarus, Zürich, Lugano, Genève und Lugano. Am seltensten regnet es überall um die Mittagszeit (braune Schattierung), am häufigsten am Abend (blaue Schattierung)" (MeteoSchweiz, 2015). http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/aktuell/meteoschweiz-blog.subpage.html/de/data/blogs/2015/5/typisch-sommer-mittags-trocken-abends-nass.html
“Regenhäufigkeit (Anteil der Stunden in Prozent, während denen es mehr als 0.2 mm geregnet hat) im Verlauf des Tages für jede Stunde von 0 bis 24 Uhr (Mitteleuropäische Sommerzeit MESZ) für die drei Sommermonate Juni, Juli und August in Glarus, Zürich, Lugano, Genève und Lugano. Am seltensten regnet es überall um die Mittagszeit (braune Schattierung), am häufigsten am Abend (blaue Schattierung)” (MeteoSchweiz, 2015).

Statistische Abklärungen zur Wetterwahrscheinlichkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr mit Hilfe der bisherigen Wetterbeobachtungen geben zwar Indikatoren, nützen aber für die meisten Fragen in diesem Zusammenhang wenig. Auch an einem Datum mit häufig schönem Wetter kann es genau in diesem Jahr heftig gewittern. Die Wetterabläufe in der Vergangenheit sind also keine Garantie für das Wettergeschehen im laufenden oder gar in folgenden Jahren.

Wettersicherheit: das beste Datum für die nächste Grillparty

Wo sich der Sommer 2014 einreiht

Der Sommer war unterdurchschnittlich aber nicht extrem. Ein Blick in die Statistik der verschiedenen Sommerparameter gibt Aufschluss. 

Der meteorologische Sommer dauert vom 1. Juni bis zum 31. August. Dieses Jahr  verlief er für viele nicht wunschgemäss und entsprach überhaupt nicht den mediterranen Vorstellungen von lauen Sommernächten beim Grillieren mit Freunden, morgendlichen Schwimmaktionen, um mit kühlem Kopf in den heissen Tag zu starten oder von einer Gelati-Pause an einem schwülen Nachmittag. Dass dieser Sommer aussergewöhnlich und über weite Strecken unsommerlich war, zeigt auch ein Blick in die diesjährige Statistik. Ein Vergleich mit seinen Vorgängern seit Anfang des letzten Jahrhunderts dürfte die subjektive Wahrnehmung des vergangenen Sommers aber stark relativieren.

sommer2014
Während der Sommer 2014 in Zürich temperaturmässig nicht abfällt, gehört er bezüglich Sommertage, Niederschlagsmenge und Sonnenscheindauer zu den schlechtesten 25 Prozent. Der Sommer 2013 hingegen positionierte sich in Zürich in allen Kategorien unter den Besten.

Nicht kühl – kaum Sommertage

„Der Sommer 2014 war im Schweizer Mittel, wie auch in der Region Zürich leicht zu warm.“ Diese Aussage dürfte viele irritieren, trotzdem würde sie so im offiziellen Saison-Bulletin von MeteoSchweiz stehen, hätte das Bundesamt nicht vor rund anderthalb Jahren eine neue Referenzperiode eingeführt. Bis dahin galt die Periode zwischen 1961-1990 als Referenz, seit Januar 2012 wird die Witterung mit der aktuelleren Periode 1981-2010 verglichen, so dass der Veränderung des Schweizer Klimas Rechnung getragen werden kann. Verglichen mit den Jahren 1961-1990 war der diesjährige Sommer in Zürich mit gemittelt 17,2 Grad mehr als ein halbes Grad übertemperiert. Letztmals war der Sommer 1987 kühler als die Referenzperiode 1961-1990. Deshalb entspricht der Vergleich mit der aktuelleren Referenzperiode 1981-2010 mehr den Vorstellungen der Betroffenen. So war der Sommer 2014 rund ein halbes Grad unterkühlt. Etwa gleich warm war es letztmals erst 2007. Kühler war der Sommer aber letztmals vor 15 Jahren im Jahr 1999. Temperaturmässig fällt der Sommer 2014 also nicht aus dem Rahmen. Wieso aber sind dann dieses Jahr kaum Sommergefühle aufgekommen? Dies dürfte vor allem an der deutlich unterdurchschnittlichen Anzahl an Sommertagen liegen. Meteorologen sprechen von einem Sommertag, wenn das Quecksilber einmal am Tag über 25 Grad steigt. Wird sogar die 30-Grad-Marke geknackt, wird von einem Hitzetag gesprochen. Diesen Sommer gab es in Zürich 23 Sommertage. Letztes und vorletztes Jahr waren es 42 resp. 40. Im Jahrhundertsommer 2003 waren es sagenhafte 73 Sommertage. Gleich wenige Sommertage wie in diesem Jahr gab es in Zürich letztmals 1988 und 1989. Deutlich weniger Sommertage gab es letztmals 1980, als nur gerade 18 solcher Tage gezählt wurden. Anders sieht das Bild bei den Hitzetagen aus. Der diesjährige Sommer zählt sechs Hitzetage und liegt damit voll im Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Zwischen 2007 und 2009 bspw. brachten alle Sommer weniger Hitzetage als in diesem Jahr.

Nass und sonnenarm

Unsommerlich waren nicht nur die spärliche Anzahl an Sommertagen, sondern auch die grossen Niederschlagsmengen. In Zürich brachten die vergangenen Monate rund 460 mm Regen. Das sind über 20 Prozent mehr als im langjährigen Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Jedoch sind nasse Sommer keine Seltenheit. Erst 2012 oder 2007 war der Sommer in Zürich noch nässer als heuer. Der unbeständige Wettercharakter zeigt sich vor allem an der grossen Anzahl Regentage. So gab es diesen Sommer an 44 Tagen mindestens 1 mm Niederschlag. Letztes Jahr waren es lediglich 25 Regentage. Erst 2007 gab es aber mit 46 Regentagen noch mehr nasse Tage. Wenn es regnet, scheint die Sonne nicht. Und so war es auch in diesem Sommer. Mit rund 580 Stunden Sonnenschein brachte der Sommer 2014 nur 90-95 Prozent der üblichen Sonnenscheindauer. Sehr sonnig war es im letzten Sommer mit 740 Sonnenstunden. Im Sommer 2010 gab es hingegen mit rund 510 Stunden noch weniger Sonne als heuer.

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In einer Kategorie hat jedoch der Sommer 2014 die Nase vorn und gehört zu den “besten” Sommer überhaupt. So wurden in diesem Sommer in Zürich kaum Heizgradtage registriert. Es war also häufig kühl aber nie richtig kühl in diesem Sommer. Zumindest in Zürich blieben die Heizungen ausgeschaltet. Auch in Bezug auf die Anzahl Hitzetage schlägt sich der Sommer 2014 nicht schlecht.

Tiefdruck Schweiz

Das Sommerwetter war 2014 sehr häufig tiefdruckbestimmt. Nicht selten lag das Tiefdruckgebiet genau über der Schweiz. Hochdruckphasen blieben gänzlich aus, so dass auch mehrere aneinander folgende Tage mit sonnigem Wetter fehlten. Dementsprechend schwer fiel auch die Planung für die verschiedensten Sommer-Events und Gartenpartys aus. Das einzige Beständige war das Unbeständige in diesem Sommer. Vor allem im Juni gab es aber auch viele heitere Tage, so dass der Sommer insgesamt auf 26 schöne Tage kam, an denen sich die Sonne sehr gut in Szene setzen konnte. 2011 waren es letztmals weniger, als nur 20 heitere Tage erfasst wurden. Aber es gab auch die trüben Tage, an denen sich die Sonne kaum oder gar nicht zeigte. Im Sommer 2014 waren es 23 Tage in Grau. Noch trister war es im Sommer 2010 mit 41 trüben Tagen.

Höhepunkt im Juni selten, trüber Hochsommer

Die Statistik zeigt, dass der Sommer 2014 zwar in vielen Bereichen unterdurchschnittlich war, jedoch die meisten Parameter in der Spannbreite der letzten Jahre liegen und somit nicht sonderlich aussergewöhnlich sind. Als wirklich ungewöhnlich lässt sich die sehr geringe Anzahl an Sommertagen und das vollständige Ausbleiben einer Hochdruckphase einordnen. Zudem erlebte Zürich vor einem Jahr einer der schönsten Sommer seit Messbeginn, so dass fast jeder Sommer dagegen alt ausgesehen hätte. Der absolute Höhepunkt des diesjährigen Sommers war die mehrtägige Hitzewelle im Juni um Pfingsten. Der Juni war gleichzeitig der wärmste, sonnigste und trockenste Sommermonat. Dass der Juni temperaturmässig bereits den Höhepunkt des Sommers markiert, kommt ca. alle zehn Jahre vor. Letztmals war dies 2002 der Fall – und somit statistisch überfällig. Vielleicht ist das ein kleiner Trost.

 

Wo sich der Sommer 2014 einreiht