Sehr kalte Tage werden immer seltener

Der Klimawandel ist in der Schweiz Realität. Sehr warme Tage treten viel häufiger auf als noch vor wenigen Jahren. Sehr kalte Tage sind eine Seltenheit geworden.

«Die Schweiz reagiert sehr empfindlich auf den Klimawandel. Im Vergleich zum globalen Mittel ist die Erwärmung im Alpenraum rund doppelt so stark. Der Natur- und Kulturraum Schweiz ist in vielfältiger Weise von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen.» Das steht in neuen Bericht «Brennpunkt Klima Schweiz», der Anfang November in Bern vorgestellt wurde. Mehr als 70 Wissenschaftler haben daran in den letzten drei Jahren gearbeitet. Ziel war es, die Ergebnisse des Fünften IPCC-Sachstandsberichtes (IPCC AR5) zusammenzutragen und einen spezifischen Schweiz-Bezug auszuarbeiten. Thomas Stocker, Professor für Klima- und Umweltphysik an der Universität Bern, unterstreicht, dass der Bericht einen neuen Standard setzt: «Ausgehend von den physikalischen Grundlagen wird das Thema Klimawandel umfassend betrachtet.» Der Bericht zeigt, wie sich das Schweizer Klima je nach Szenarien in Zukunft verändern könnte und spricht über Auswirkungen für Landwirtschaft, Tourismus und Ressourcen in der Schweiz. Zum Schluss spannen die beteiligten Wissenschaftler konkrete Handlungsfelder auf, die zeigen, wie die Schweiz mitwirken kann, den Klimawandel einzudämmen aber auch, inwiefern sich die hiesige Wirtschaft und Gesellschaft anpassen kann. Für Thomas Stocker ist klar: «Dieser Bericht ist ein Must für jede Person, die sich mit der Zukunft unseres Landes auseinandersetzt.»

Schweizer Klima im Wandel

Seit Messbeginn im Jahr 1864 ist es in der Schweiz im Durchschnitt um 1,9 Grad wärmer geworden. Eindrücklich zeigt sich der Wandel des Schweizer Klimas im prozentualen Anteil sehr kalter und sehr warmer Tage im Verlauf eines Wetterjahres. Sehr kalte, respektive sehr warme Tage sind Tage mit einer durchschnittlichen Temperatur, die zu den kältesten, respektive wärmsten 10 Prozent der Referenzperiode der Jahre 1961-1990 zählen. Im «Normalzustand» waren 10 Prozent der Tage eines Jahres sehr kalt und 10 Prozent sehr warm. Wobei hier die Abweichung vom jahreszeitlichen Erwartungswert und nicht die absolute Temperatur entscheidend ist. Somit kann auch ein sehr kühler Sommertag zu den sehr kalten Tagen zählen und ein sehr milder Wintertag zu den sehr warmen Tagen.

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Sehr warme Tage, die wärmer sind als 90 Prozent der Tage in der Periode 1961-1990, haben in Zürich seit 1989 sprunghaft zugenommen. Rohdaten: ECA&D

Im auslaufenden Jahr 2016 zählten in Zürich 55 Tage, also 16 Prozent aller Tage im Jahr, zu den sehr warmen. Dem gegenüber standen 22 Tage oder 6 Prozent der Tage, die heuer sehr kalt waren. Auf einen sehr kalten Tag folgten 2016 in Zürich folglich zweieinhalb sehr warme Tage. Damit ist 2016 jedoch keinesfalls extrem. Die beiden Vorjahre brachten pro sehr kalten Tag sogar acht sehr warme in 2015 und elf in 2014. Im Schnitt kommen heutzutage auf jeden sehr kalten Tag rund vier sehr warme Tage. Letztmals mehr sehr kalte als sehr warme Tage brachte das Jahr 1987 in Zürich. Damals standen 41 sehr warmen, 51 sehr kalte Tage gegenüber.

Sehr kalte Tage, die kälter sind als 90 Prozent der Tage in der Periode 1961-1990, haben in Zürich seit 1901 deutlich abgenommen. Rohdaten: ECA&D
Sehr kalte Tage, die kälter sind als 90 Prozent der Tage in der Periode 1961-1990, haben in Zürich seit 1901 deutlich abgenommen. Rohdaten: ECA&D

Sehr kalte Tage – eine Seltenheit

In den letzten 115 Jahren ist die Anzahl sehr kalter Tage im Jahr stark gesunken. Zählten um 1901 noch 60 Tage im Jahr zu den sehr kalten, sind es heutzutage noch rund 20. Trotz jährlichen Schwankungen zeigt sich, dass das Verschwinden sehr kalter Tage im Jahr recht gleichmässig verläuft. Grössere «Klimasprünge» sind nicht auszumachen. Ins Auge sticht jedoch das Jahr 1956 mit insgesamt 88 sehr kalten Tagen, was fast jeder vierte Tag im Jahr war.

Die Entwicklung der sehr warmen Tage zeigt sich erwartungsgemäss genau umgekehrt. Waren um 1901 rund 25 Tage im Jahr sehr warm, sind es im heutigen Klima bereits 65 Tage. Auffallend dabei ist die langjährige Entwicklung. Nach einer Häufung sehr warmer Tage um das Jahr 1947 nahm ihre Zahl bis 1987 wieder ab. 1988 folgte dann ein grosser Sprung auf ein ganz neues Niveau mit einer erstmaligen Höchstzahl im Jahr 1994. Seither kommen Jahre mit einer grossen Anzahl sehr warmer Tage immer häufiger vor. Hervorzuheben sind zusammen mit 1994 vor allem die Jahre 2003 und 2015 mit jeweils mehr als 100 sehr warmen Tagen pro Jahr.

Das Schweizer Klima befindet sich also bereits mitten im Wandel. Und was bedeutet das für das wohl wichtigste Element der aktuellen Wintersaison – den Schnee?

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Verhältnis sehr warmer zu sehr kalter Tage im Jahr. Rohdaten: ECA&D

Schnee im Klimawandel

Der erste Schnee fällt in Zürich im langjährigen Durchschnitt im letzten Novemberdrittel. In jedem dritten Jahr gibt es den ersten Schnee sogar bereits vor dem 13. November, wie aus Daten von MeteoSchweiz hervorgeht. In 30 Prozent der Jahre fällt der erste Schnee in Zürich jedoch erst nach dem 2. Dezember. Der «erste Schnee» wird in der Statistik definiert als ein Ereignis mit mindestens einem Zentimeter messbarem Neuschnee am Boden. Der Winter 2016/17 wartet in Zürich immer noch auf seinen ersten Schnee. Auch vor zwei Jahren fiel der erste Schnee erst Ende Dezember. Eine Tendenz zu späterem ersten Schneefall lässt sich aber (noch) nicht erkennen. Trotz immer weniger sehr kalter und immer mehr sehr warmer Tage zeigen sich aktuell noch keine eindeutigen Verschiebungen im Termin des ersten Schnees. Bei der Dauer der Schneebedeckung in den Bergen zeigen sich jedoch bereits feststellbare Veränderungen. Die Dauer hat seit 1970 in den Schweizer Alpen auch in höheren Lagen abgenommen, wie eine Studie der Universität Neuenburg, der WSL und des SLF zeigt. Verantwortlich dafür ist aber in erster Linie eine frühere Schneeschmelze im Frühling.

 

Sehr kalte Tage werden immer seltener

Der Besuch des ältesten Urners

Im  Tessin,  im  Wallis  und  in  Genf  brachte  der  Oktober  Rekordtemperaturen, wie MeteoSchweiz berichtete. Im Tessin stieg die Oktobertemperatur 2.5 Grad, in Sion und Genf 3 Grad über die Norm 1981–2010. Auf der Alpennordseite, wie auch auf dem Zürichberg, erreichte die Oktobertemperatur verbreitet Rang zwei bis vier, wobei hier die Temperaturüberschüsse ebenfalls meist im Bereich von 2.5 bis 3.0 Grad lagen. Auch in Berglagen zeigte sich der Oktober sehr mild, die Temperaturen bewegten sich aber nicht in Rekordnähe. Über  die  ganze  Schweiz gemittelt  war  es  der  viertwärmste  Oktober  seit  Messbeginn  vor  150  Jahren.

Martini-Sommer

Im gleichen Stil ging es dann auch anfangs November weiter. Die Temperaturen lagen weiterhin weit über den für die Saison zu erwartenden Werten. Kurze Kaltluftvorstösse wurden rasch wieder durch neue Föhnströmungen abgelöst. Warme und freundliche Witterungsphasen im ersten Novemberdrittel sind in der Klimatologie als Martini-Sommer bekannt. Der Martinstag am 11. November (in Altbayern, Österreich und der Schweiz auch Martini) ist der Gedenktag des heiligen Martin von Tours. Das Datum ist von Martins Grablegung am 11. November 397 abgeleitet. Der Martinstag ist in Mitteleuropa von zahlreichen Bräuchen geprägt, darunter das Martinsgansessen, der Martinszug und das Martinssingen. In Zürich wird das Martinigansessen von zahlreichen Zünften zelebriert.

Milde Martini-Sommer sind keine Seltenheit, wie ein Blick in die Statistik zeigt. Vor allem in den letzten Jahren gab es eine Häufung sehr milder Martini-Sommer. Erst vor Jahresfrist wurde mit 9,3 Grad das 3.-mildeste erste Novemberdrittel registriert und auch 2010 war der Martini-Sommer in Zürich mit 9,8 Grad einer der wärmsten. Der bisher wärmste Martini-Sommer stammt in Zürich aus dem Jahr 1977, als das erste Novemberdrittel 10,6 Grad warm war. Dass, zu dieser Jahreszeit auch schon ein ganz anderer Wind wehen kann, zeigte beispielsweise das Jahr 1977, als die ersten elf Novembertage im Mittel nur gerade winterliche 0,2 Grad kalt waren.

Föhn bis nach Zürich

Die diesjährige Wärme zum Martinstag wurde durch wiederholte Föhn-Wetterlagen hervorgerufen. Der Föhn, der in den Täler der Innerschweiz liebevoll “ältester Urner“ genannt wird, tritt nicht in jeder Jahreszeit gleich häufig in Erscheinung. Die klassische alpenquerende Föhnströmung aus Süden, welche in den Föhntälern auf der Alpennordseite typischerweise milde Temperaturen und Schönwetter bringt, ist am häufigsten im Frühling zu beobachten, wie MeteoSchweiz weiss. Deutlich weniger häufig fegt der Föhn im Herbst und im Winter über die Alpen und eine eigentliche Föhn-Flaute ist im Sommer zu beobachten.

Die klassische Föhnsituation ist mit einer starken Staubewölkung am Alpensüdhang verbunden. In Verbindung mit der Hebung der Luftmassen können dabei beachtliche Niederschlagsmengen auftreten. Mit dem Absinken der Luftmassen nördlich des Alpenkamms erwärmt sich die Luft deutlich und die Wolken lösen sich auf. Dieser Bereich mit sehr klarer Luft und blauem Himmel wird als Föhnfenster bezeichnet. Nur selten, bei besonders starken Druckgradienten, vermag der Föhn durch die eigentlichen Föhntäler hinaus bis ins Mittelland vorzustossen. Mit einer Druckdifferenz von 12 Hektopascal zwischen der Alpensüd- und der Alpennordseite war dieser Fall am 4. November gegeben und der älteste Urner besuchte die Region Zürichsee und war selbst auf dem Zürichberg zu spüren.

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Wetterverlauf in Erlenbach und Witikon. Die schwarze Linie zeigt die Windgeschwindigkeit (in km/h), die rote Linie zeigt den Temperaturverlauf und die grünen Säulen zeigen den Verlauf der Feuchtigkeit (rechte Skala). Die Föhnperiode ist deutlich erkennbar.

Sommerliche Nacht

Ein umfangreiches Tief lag anfangs November über Westeuropa, ein kräftiges Hoch über Osteuropa. Dazwischen befand sich Mitteleuropa im Bereich einer starken Südströmung. In der Nacht auf den 4. November verstärkte sich der Föhn und stiess bis weit ins Voralpenland vor. MeteoSchweiz berichtete, dass der Urner Föhn sogar den Greifensee mit Böen von 70 km/h erreichte. Noch stärker war er in Wädenswil am Zürichsee mit 107 km/h, was für die Messstation Föhnrekord bedeutete (Messbeginn 1981). In Wädenswil setzte der Föhn um 22 Uhr ein. Der älteste Urner arbeitete sich dann langsam entlang des Zürichsees vor. Der Wetterverlauf der Station Erlenbach (siehe Grafik) zeigt, dass hier der Föhn erst kurz vor Mitternacht registriert wurde. Nochmals rund eine Stunde später, erst nach Mitternacht, war der Föhn dann auch an der Wetterstation Witikon auf dem Zürichberg messbar. In Erlenbach stieg die Temperatur von rund 10 Grad bis auf sommerliche 20 Grad sprungartig an. Gleichzeitig erreichte der Südwind Spitzenwerte von rund 30 km/h und die Luft trocknete sich deutlich ab (30% Luftfeuchtigkeit). In Witikon stiegen die Temperaturen mit zügigem Südwind auf über 15 Grad. Die Föhnperiode war in Zürich bereits deutlich abgeschwächt und dauerte auch nur rund anderthalb Stunden, bevor die Südwinde um 2 Uhr morgens nachliessen. Nach 3 Uhr morgens war der Föhn dann auch in Erlenbach nicht mehr spürbar und um 7 Uhr liess er auch in Wädenswil wieder nach. Wie schnell sommerliche Temperaturen während einer Föhnperiode nach Föhnende absacken können, zeigte sich nur einen Tag später. Der Dauerregen verursachte eine sogenannte Niederschlagsabkühlung und liess die Schneefallgrenze immer weiter absinken. Innerhalb von nur 24 Stunden sank die Temperatur um fast 20 Grad ab und in Witikon, oberhalb von 600 Meter, konnte am Morgen des 6. November der erste Schnee der Saison gemessen werden.

Der Besuch des ältesten Urners

So früh kommt der Winter selten

Rekordhohe und rekordtiefe Temperaturen liegen manchmal nur eine Woche auseinander. Im Oktober 2012 steuerten wir vom einen Extrem ins andere. Der ungewöhnlich frühe Wintereinbruch brachte aber nicht nur Kälte – vor allem vielen auch Rekordschneemengen.

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Der eiskalte Februar und der bisher nur durchschnittliche Herbst drücken auf das Temperaturmittel – 2012 wird kein Rekordjahr.

Vor wenigen Wochen badeten die Städter noch im Zürichsee, und heute haben sie schon den ersten Wintereinbruch hinter sich. Innerhalb von einer Woche stürzte das Schweizerwetter heuer vom Spätsommer in den Winter. Der Wintereinbruch kam plötzlich und mit ungewohnter Stärke. Auf sogenannten Rückwärtstrajektorien, welche die Luftmassenherkunft für einen Ort, beispielsweise Zürich, berechnen, wird rasch ersichtlich, wo die Ursache für den markanten Wintereinbruch vom 28. Oktober 2012 liegt. Die kalte und feuchte Luftmasse, welche aus dem hohen Norden in die Schweiz transportiert wurde, lag nur vier Tage zuvor noch über dem Nordpolarmeer nördlich von Spitzbergen, nur zehn Breitengrade vom Nordpol entfernt. Nach anhaltenden Schneefällen lagen am frühen Morgen des 29. Oktobers auf dem Zürichberg rund 25 Zentimeter Schnee, in Langnau im Emmental sogar 30 und in St. Gallen 33. Oberhalb von Elm auf rund 2000 Meter über Meer lagen sogar schon 1 Meter 20! An einigen tiefgelegenen Orten wie Bern oder St. Gallen gab es zuvor noch nie so viel Schnee in einem Oktober. Während die Messreihe in St. Gallen mit Beginn 1959 noch relativ jung ist, wurde in Bern die Höchstmarke einer langen Messreihe mit Start im Jahre 1931 überboten. Auch in Zürich werden systematische Schneemessungen seit 1931 durchgeführt. Der diesjährige Wintereinbruch bleibt aber auf Platz 2, da erst vor vier Jahren (30.10.2008) noch einige Zentimeter mehr Schnee lagen, wie MeteoSchweiz mitteilte.

Dauerfrost
Neben den grossen Schneemengen im Flachland waren vor allem auch die sehr tiefen Nachmittagstemperaturen vom 28. Oktober erstaunlich. Auf dem Zürichberg wurde sogar der erste Eistag der Saison registriert. Die Temperaturen stiegen also den ganzen Tag nicht über den Gefrierpunkt. Die fehlenden Sonnenstrahlen und die geschlossene Schneedecke liessen die Temperaturen tagsüber kaum ansteigen und so blieb es mit -0,2 Grad frostig. An Flachlandstationen wie auch an Bergstationen wurden für einen Oktober die tiefsten Höchsttemperaturen beobachtet. Zum letzten Mal wurde in Zürich Ende Oktober 2003 ein Eistag mit Dauerfrost beobachtet. Insgesamt sind aber Flachland-Eistage im Oktober höchst selten und kommen nur rund alle 25 Jahre vor. Das im Oktober verbreitet Schnee bis in Flachland fällt und vereinzelt Eistage registriert werden, ist relativ selten. Mit 2003, 2008 und dem diesjährigen Ereignis waren es aber gleich drei innert zehn Jahren. Für weitere Fälle muss in der Statistik allerdings recht weit zurückgeblättert werden, wie aus Daten von MeteoSchweiz hervorgeht: hier stechen die Jahre 1974, 1959 und 1939 ins Auge. Im langjährigen Mittel kommt der erste Wintereinbruch in Zürich nämlich erst nach dem ersten Novemberdrittel, also rund 2 Wochen später. Einen Trend hin zu früheren Wintereinbrüchen detektieren zu wollen, wäre aber etwas voreilig.

Hitzerekord
Weniger als zehn Tage vorher, am 19. Oktober 2012, wurden im Alpenraum mit Föhnunterstützung die höchsten Oktobertemperaturen seit Messbeginn erfasst. Auch im Flachland wurden für die zweite Oktoberhälfte sehr warme Temperaturen von über 20 Grad gemessen. In den Föhntälern aber brachte der Föhn zum Teil die höchsten Oktobertemperaturen seit Messbeginn. So wurde es in Vaduz 29, in Altdorf 28,6 Grad heiss. Die bisherigen Oktoberrekordwerte liegen an beiden Stationen nicht weit zurück und stammten aus dem Oktober 2006, als eine sehr ähnliche Wetterlage vorherrschte. Damals jedoch ohne Wintereinbruch zum Monatsende. Nicht nur in den Tälern, auch in der Höhe war es rekordverdächtig warm. So wurde es in Engelberg auf gut 1000 Meter Höhe knapp 25 Grad warm, wie Messungen von MeteoSchweiz zeigen. Auch die Nächte waren für die Jahreszeit ausgesprochen mild. So wurden mitten in der Nacht auf dem Hörnli im Zürcher Oberland zeitweise 20 Grad gemessen.

2012: Kein Rekordjahr
Über den ganzen Monat betrachtet und gemittelt war der Oktober in Zürich 9,5 Grad mild und somit nur wenige Zehntelgrad wärmer als der langjährige Durchschnitt. In diesem Durchschnitt sind sowohl die Spätsommerhitze, wie auch die Eistage enthalten. Klimatologisch war der diesjährige Oktober aber purer Durchschnitt. Auch vor einem Jahr war der Oktober 9,5 Grad auf dem Zürichberg. Damals war die Witterung aber deutlich weniger extrem, dafür aber etwas ausgeglichener. Die Extreme setzten im vergangenen Jahr die Monate März, April, Mai, September und Dezember, welche allesamt deutlich übertemperiert ausfielen und das Jahr 2011 auf den Thron des wärmsten Jahres hievten. Ein ganz anderes Bild zeigt sich dieses Jahr. Nach dem sehr kalten Februar und nun einem durchschnittlichen Herbst, ist das Jahr 2012 bisher nach 10 Monaten „nur” etwas mehr als 1 Grad übertemperiert. Somit besteht praktisch keine Chance mehr auf ein zweites Rekordjahr in Folge. Dies erstaunt kaum, zeigten doch die Vorgänge in diesem Oktober, als zwischen Hitzestress und Eistag nur gerade acht Tage lagen, auf eindrückliche Weise die grosse Variabilität der Witterung in unseren Breitengraden.

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So früh kommt der Winter selten