Kommen bald frostfreie Winter und 40-Grad-Sommer?

Die kälteste Nacht des vergangenen Winters war ausgesprochen mild. Damit bestätigt sich der langjährige Trend. Auch die Jahreshöchsttemperaturen im Sommer erreichen immer höhere Werte.

Zürich erlebte eines der wärmsten Winterhalbjahre seit Messbeginn vor über 150 Jahren. Das Halbjahr von Oktober 2018 bis März 2019 wies am Zürichberg ein Wärmeüberschuss von rund anderthalb Grad gegenüber der Periode 1981-2010 vor. In den letzten 30 Jahren gab es eine ganze Reihe Winterhalbjahre, die ähnlich mild über die Bühne gingen wie aktuell. In der Zeit davor wurden solch milde Winterhalbjahre mit durchschnittlich über 5 Grad Celsius nie beobachtet. Noch wärmer im vergangenen Winterhalbjahr war es im Winterhalbjahr 2015/16 sowie vor allem im bisher wärmsten Winterhalbjahr 2006/07, welches nochmals ein Grad milder ausfiel.

Abgesehen vom Januar 2019 waren alle Monate des vergangenen Winterhalbjahres übertemperiert. Vor allem die Monate Dezember, Februar und März haben zum deutlichen Wärmeplus beigetragen. Richtig kalt wurde es im Winterhalbjahr 2018/19 nie.

Auch die Extreme werden immer wärmer: Die kälteste Nacht ist in Zürich heute rund drei Grad wärmer als noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Kälteste Nacht

Die tiefste Temperatur des vergangenen Winterhalbjahres am Zürichberg wurde in der Nacht auf den 23. Januar 2019 gemessen. Das Thermometer zeigte -5,7 Grad an. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts gab es erst einen Winter in Zürich, in dem die kälteste Nacht noch milder ausfiel als heuer. So war die kälteste Nacht des Winterhalbjahres 2016/17 gerade mal -4,3 Grad kalt. Deutlich kälter wurde es in der kältesten Nacht im letztjährigen Winter 2017/18. Damals fiel die Quecksilbersäule in der Nacht auf den 28. Februar am Zürichberg auf -13,1 Grad. Eisige Temperaturen unter -15 Grad gab es in Zürich in den letzten 30 Jahren nur im Winterhalbjahr 2011/12. Damals drückte eine markante Kältewelle im Februar das Thermometer am Zürichberg während der kältesten Nacht auf -16,9 Grad.

In der Zeit vor den 70er-Jahren traten solch eisige Nächte alle paar Winter auf. In seltenen Fällen sank das Thermometer sogar unter die -20-Grad-Marke. Die kälteste Nacht seit mindestens Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte Zürich am 12. Februar 1929 als knapp -25 Grad gemessen wurden.

Die globale Erwärmung führte bereits zu einer spürbaren Milderung der kältesten Nächte. Noch stärker als die jahreszeitlichen Durchschnittstemperaturen steigen die Temperaturen in den kältesten Nächten. In der Periode 1901 bis 1930 war die kälteste Nacht in Zürich im Durchschnitt noch -13,2 Grad kalt. In den letzten 30 Jahren war die kälteste Nacht im Schnitt noch -10,2 Grad kalt. So sind die kälteten Nächte des Winterhalbjahres heute drei Grad wärmer als noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Gemäss den neuen Klimaszenarien für die Schweiz (CH2018) erwärmen sich die kältesten Nächte des Jahres bis Mitte Jahrhundert um weitere 2 bis 6 Grad. Ohne globalen Klimaschutz würde die kälteste Nacht bis zum Ende des Jahrhunderts in Zürich sogar um 5 bis 9 Grad wärmer ausfallen als heute. Dann wären sogar Winter denkbar, in denen die kälteste Nacht des Jahres in Zürich nicht einmal Frost bringt.  

40-Grad-Marke

Mit dem April beginnt nun das Sommerhalbjahr. Was im Winterhalbjahr die kälteste Nacht ist, ist im Sommerhalbjahr die Höchsttemperatur. Im letztjährigen Hitzesommer lag die Höchsttemperatur in Zürich beispielsweise bei 34,6 Grad. Noch heisser wurde es im Sommer 2013 mit 35 Grad. Über 35 Grad gab es in Zürich bisher in fünf weiteren Sommern: 1921, 1928, 1947, 1983 und 2003. Der Rekordwert von 36,4 Grad aus dem Hitzesommer 2003 hält bis heute. Auch hier zeigt sich eine deutliche zeitliche Entwicklung hin zu heisseren Jahreshöchsttemperaturen. Sie liegen heute um anderthalb Grad höher als noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die neuen Klimaszenarien zeigen, dass neben der Hitze zukünftig auch die Trockenheit im Sommer immer häufiger zum Problem werden kann. Aufgrund der geringen Bodenfeuchte kann in solchen Hitzesommern weniger Wasser verdunsten, wobei die Kühlung des Bodens ausbleibt. Daher ist in Zukunft bei fortschreitendem Klimawandel mit einem erheblichen Anstieg der Jahreshöchsttemperatur zu rechnen. Die heissesten Sommertage werden in naher Zukunft (2020-2049) voraussichtlich um weitere 1 bis 3 Grad heisser. Bis Mitte Jahrhundert sogar um bis zu 6 Grad. Ohne globalen Klimaschutz dürfte die Jahreshöchsttemperatur in Zürich bis Ende des Jahrhunderts (2070-2099) sogar um 4 bis 9 Grad zulegen. Das bedeutet, dass Zürich sich in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts mit der 40-Grad-Marke auseinandersetzen werden muss.


Auch die Extreme werden immer wärmer: Die Jahreshöchsttemperatur stieg um mehr als anderthalb Grad.
Kommen bald frostfreie Winter und 40-Grad-Sommer?

Der Winter fand nur im Januar statt

Der Winter 2018/19 gehört in Zürich zu den zwanzig wärmsten seit Messbeginn 1864. Nur im Januar war es wirklich winterlich. Die Schneemassen in den Bergen und der sehr sonnige Februar sorgten dennoch für perfektes Wintersportwetter.   

Ganz Europa erlebte einen teilweise frühlingshaften Februar. Vor allem die letzten drei Februarwochen brachten ausgesprochen viel Sonnenschein und am Nachmittag jeweils sehr milde Temperaturen im zweistelligen Plusbereich. Mit dem Februar ging auch der seit dem 1. Dezember herrschende meteorologische Winter 2018/19 zu Ende.

Der Winter brachte im Dezember und vor allem im Januar massenweise Schnee in den Bergen. In Kombination mit den zahlreichen Sonnenstunden im Februar herrschte perfektes Wintersportwetter, wie hier im Appenzellerland.

Winterverlauf

Der Winter startete stürmisch und mild. Das erste Dezemberdrittel war fest in der Hand einer stürmischen Westströmung. Immer wieder wurde sehr milde und niederschlagsreiche Atlantikluft an die Alpen geführt. Zur Monatsmitte wurde es mit wenig Schnee und nachfolgender Bise erstmals winterlich kalt. Die Nachttemperaturen sanken auf unter -5 Grad und am Zürichberg wurden die ersten Eistage mit ganztags Temperaturen unter dem Gefrierpunkt registriert. Danach folgte das klassische Weihnachtstauwetter mit Sturm, Regen und erneut sehr milden Temperaturen. Die Altjahreswoche brachte dann ruhiges Hochdruckwetter mit Hochnebel im Flachland.

Zu Beginn des neuen Jahres stellte die Strömung von West auf Nord. So wurde kalte und oft auch feuchte Polarluft in die Schweiz gelenkt. Die Ursache war eine anhaltende Konstellation mit einem kräftigen Atlantikhoch und einem Tief über Nord- und später Nordosteuropa, so dass kalte Polarluft von Norden her an die Schweiz geführt wurde. Die Temperaturen machten keine grossen Sprünge und bewegten sich den ganzen Januar über in einem ähnlichen Band mit leichtem Frost in der Nacht (nur vereinzelt unter -5 Grad) und leichten Plusgraden am Nachmittag (kaum über +5 Grad).

Erst gegen Ende der ersten Februarwoche wurde die blockierte Wetterlage von einer kurzen aber kräftigen Westströmung aufgelöst. In der Folge baute sich das nächste kräftige Hoch auf. Diesmal aber nicht über dem Atlantik, sondern direkt über Mitteleuropa. Danach verlagerte es sich nur langsam nach Osten. Nun konnte milde Luft aus dem Südwesten herangeführt werden, welche sich unter dem starken Hochdruckeinfluss rasch abtrocknete und der Schweiz das frühlingshafte Wetter bis Ende Februar bescherte.

Der Flachlandwinter 2018/19 dauerte also eigentlich nur einen Monat, denn nur der Januar war wirklich winterlich.

Sehr wenig Eistage

So richtig kalt wurde der Flachlandwinter aber auch im Januar nie. In Zürich lag das winterliche Minimum über -7 Grad. Insgesamt fiel der Januar nur wenige Zehntelgrad zu kalt aus, verglichen mit der Referenzperiode 1981-2010. Dezember und Februar waren beide durchschnittlich rund zwei Grad milder als von der Referenzperiode vorgeschrieben. Anders als in den beiden Vorjahren ging der Winter 2018/19 ganz ohne eisigkalten Monat über die Bühne. Insgesamt war der Winter mehr als ein Grad übertemperiert und gehört zu den zwanzig wärmsten seit Messbeginn 1864. Letztmals deutlich milder war der Winter 2015/16. Dass der Winter 2018/19 deutlich zu warm ausfiel, spiegelt sich auch an der Anzahl Eistage wider. Der zu Ende gegangene Winter zählt in Zürich lediglich acht Eistage mit Temperaturen ganztags unter dem Gefrierpunkt. Einzig in der zweiten Januarhälfte reihten sich maximal drei Eistage aneinander. Es war die längste Periode mit Dauerfrost. In einem normalen Winter der Periode 1981-2010 sind pro Winter bis zu 22 Eistage zu erwarten.

Perfektes Wintersportwetter

Obschon Schnee im Flachland auch dieses Jahr Mangelware war, gab es in den Bergen vor allem im Dezember und Januar tonnenweise Neuschnee. Der Dezember brachte auch in Zürich doppelt so viel Niederschlag wie üblicherweise. Am Alpennordhang war der Überschuss teilweise noch ausgeprägter. Dank den sonnigen Feiertagen und dem sehr sonnigen Februar herrschte in Kombination mit dem vielen Schnee perfektes Wintersportwetter. Nachdem sich der Dezember grau zeigte, schien die Sonne bereits im Januar erwartungsgemäss. Im Februar schob sich nur selten eine Wolke oder Nebel vor die Sonne, so dass sich die Sonnenstunden auf rund das Doppelte der sonst üblichen Dauer summierten. Der Februar 2019 war in Zürich praktisch so sonnig wie ein normaler April.

Der Frühling kann kommen

Obwohl der Februar ganz klar zum meteorologischen Winter gehört, stellte das Wetter schon frühzeitig auf Frühling um. Der am 1. März gestartete meteorologische Frühling ist aber keineswegs vor Winterrückfällen gefeit. Praktisch jedes Jahr sorgen winterliche Grüsse bis weit in den Frühling hinein für Ärger und Kopfschütteln. Letztes Jahr ereignete sich der letzte Wintergruss Mitte März. Danach war Schluss mit Winterwetter. In den beiden Jahren zuvor grüsste der Winter letztmals Ende April. 2014 und 2015 ereigneten sich empfindliche Kälterückfälle im Mai. 2013 gilt sogar als Jahr ohne Frühling. Damals war der März durchwegs winterlich, der April war nur mässig erheiternd und dann folgte ein ausgesprochen nasser und kalter Mai. Der Frühling 2019 knüpft erstmals an die Vorleistungen des Februars an. Mal schauen, ob der Winter später nochmals mitmischen wird.

Der Winter fand nur im Januar statt

Eiswoche beendet milden Winter

Der meteorologische Winter, der vom 1. Dezember bis zum 28. Februar, dauert, war längst abgeschrieben. Nach einem milden Dezember ohne richtigen Schneefall und dem wärmsten Januar seit Messbeginn im Jahr 1864, gänzlich ohne Schnee und dem kompletten Ausbleiben von frostigen Temperaturen, glaubte kaum noch jemand an eine Auferstehung des Winters. Doch der Winter strafte alle Skeptiker Lügen mit einem furiosen Schlussbouquet. Als wollte der Winter am Ende den viel zu warmen und im Flachland schneearmen Winter noch kompensieren, brachte Väterchen Frost zum Februarende eine regelrechte Eiswoche.

Im langjährigen Vergleich ist die Kältewelle von Ende Februar 2018 nichts aussergewöhnliches. Speziell war ihr spätes Auftreten.

Fünf eisige Nächte

Die letzten Februartage waren richtig kalt – eiskalt sogar. In den Nächten vom 26.-28. Februar sackte das Quecksilber auf dem Zürichberg bis auf Tiefstwerte von -11 bis -13 Grad ab. Für Ende Februar sind das ausgesprochen tiefe Werte. Seit 1901 sind in der Periode zwischen dem 20. Februar und dem 10. März in Zürich jedoch auch schon tiefere Temperaturen gemessen worden. Letztmals im Jahr 2005, als es in der Nacht auf den 1. März knapp -15 Grad kalt wurde oder im Jahr 1971, ebenfalls mit Tiefstwerten unter -14 Grad. Im Jahr 1901 wurde es zum Februarende sogar nochmals -16 Grad eisig. Die polaren Luftmassen, welche ganz Europa Ende Februar 2018 im eisigen Griff hatten, prägten auch die Tageshöchsttemperaturen. So zeigte das Thermometer am 26. Februar 2018 in Zürich am Nachmittag einen Maximalwert von unter -7 Grad an. Für die Periode von Ende Februar bis Anfang März war dies die zweittiefste Höchsttemperatur.

 

Spät aber nicht intensiv

Die Kältewelle zum Abschluss des meteorologischen Winters war also heftig, aber sie war nur von kurzer Dauer. Eine anschauliche Kenngrösse für die Intensität einer Kältewelle ist das mittlere Tagesminimum über fünf Tage. Vom 25. Februar bis zum 1. März lag dieses mittlere Tagesminimum bei kalten -10,2 Grad. Ein Vergleich mit den Wintern seit 1901 zeigt, dass die diesjährige Kältewelle nicht aussergewöhnlich war. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts traten in 49 Winter mindestens gleich intensive oder intensivere Kältewellen auf. Die intensivste 5-tägige Kältewelle erlebte Zürich im Winter 1929 mit einem mittleren Tagesminimum von -20,3 Grad. Ähnlich intensiv waren die Kältewellen 1956 mit knapp -20 Grad. Auch die Winter 1985 und 1987 brachten 5-tägige Kältewellen mit einem mittleren Tagesminimum von -18, respektive -16 Grad am Zürichberg. Die diesjährige Kältewelle markiert aber die intensivste seit dem Februar 2012. Allerdings war die Kältewelle damals deutlich intensiver mit einem mittleren Tagesminimum über fünf Tage von knapp -16 Grad. Speziell an der diesjährigen Kältewelle ist und bleibt also ihr spätes Erscheinen. Für die Periode vom 20. Februar bis zum 10. März sind denn auch seit 1901 nur sieben intensivere Kältewellen bekannt.

 

Trotzdem zu mild

Die Kältewelle Ende Februar hat ihre Spuren hinterlassen. So war der Februar 2018 unter dem Strich mit durchschnittlich -1,5 Grad knapp drei Grad unterkühlt, verglichen mit der Referenzperiode 1981-2010. Deutlich kälter war ein Februar letztmals 2012, ähnlich kalt war es 2013. Der kalte Februar 2018 kompensierte also einen bis dahin viel zu milden Winter. Der Grundcharakter des Winters 2017/18 veränderte sich dabei aber nicht. Insgesamt war der diesjährige Winter (Dezember-Februar) mit durchschnittlich 1,5 Grad rund ein halbes Grad milder gegenüber der Referenzperiode 1981-2010. Auch in Sachen Eis- und Schneetage verbesserte der Februar die Bilanz des ganzen Winters, ohne sie grundlegend zu beeinflussen. Mit lediglich 10 Eistagen mit Temperaturen, die ganztags unter dem Gefrierpunkt verharrten, zählt der diesjährige Winter in Zürich nur halb so viele Eistage, verglichen mit der Referenzperiode 1981-2010. An lediglich 21 Tagen lag am Zürichberg eine mindestens 1 Zentimeter dicke Schneeschicht. In einem durchschnittlichen Winter sind mehr als 31 solche Schneetage zu erwarten.

Dank des wärmsten Januars seit Messbeginn war der Winter 2017/18 trotz des eisigen Februars ein halbes Grad wärmer als der Durchschnitt der Periode 1981-2010.

Grauer Winter

Auch in Sachen Niederschlag kompensierte der Februar einen Teil des restlichen Winters. Waren Dezember und Januar jeweils deutlich zu nass mit jeweils 140-180 Prozent der üblichen Niederschlagsmengen, so war der Februar schliesslich sehr trocken. Mit weniger als 30 mm Niederschlag kam weniger als die Hälfte der sonst üblichen Februarmenge zusammen. Das Winterwetter änderte im Februar also auf trocken-kalt, davor dominierte feucht-warm. Der Februar gab in Sachen Temperatur und Niederschlag gegenüber den Vormonaten Gegensteuer. In Sachen Sonnenschein blieb die Kompensation im Februar aber aus. Obwohl Dezember und Januar schon recht trüb waren und nur 85 bis knapp 100 Prozent der üblichen Sonnenstunden hervorbrachten, war nun auch der Februar grau in grau. Mit nur gerade 46 Sonnenstunden gehört der Februar 2018 zu den sonnenärmsten 15 Prozent seit 1901.

Eiswoche beendet milden Winter

Ein Zürcher Winter von A bis Z

In wenigen Tagen beginnt der meteorologische Winter. Das Winter-ABC hilft, die kalte Jahreszeit besser zu verstehen.

 

Anfang: Der meteorologische Winter beginnt am 1. Dezember, ab dem 21. sprechen auch die Astronomen von Winter, dann steht die Sonne senkrecht über dem südlichen Wendekreis und die Nordhemisphäre erlebt den kürzesten Tag.

 

Bedeckt: Der Winter bringt am meisten trübe Tage. Im Dezember gibt es in Zürich im Schnitt 22 trübe Tage mit weniger als 20 Prozent der möglichen Sonnenscheindauer. Auch im Januar sind es noch 19, im Februar noch 15 trübe Tage.

 

Cut-off: Als „Kaltlufttropfen“ oder Cut-off-Tiefs werden kalte Höhentiefs ohne Fronten bezeichnet, unter denen sich im Bodenfeld keine oder nur eine schwache zyklonale Zirkulation befindet. Sie treten überwiegend im Winter über dem Festland in Erscheinung.

 

Durchschnitt: Der Winter in Zürich weist im Mittel der Jahre 1981-2010 eine durchschnittliche Temperatur von 1,0 Grad vor. Der kälteste Winter seit Messbeginn erlebte Zürich 1891. Damals war es im Schnitt eisige -5 Grad.

 

Eis: Steigt das Thermometer den ganzen Tag nicht über den Gefrierpunkt, sprechen Meteorologen von einem Eistag. Diese treten in Zürich mit 9 Tagen am häufigsten im Januar auf. Der Dezember bringt im Schnitt 7, der Februar 6 Eistage.

 

Frost: Fällt die Quecksilbersäule mindestens einmal am Tag unter die Null-Grad-Grenze, so sind die Kriterien eines Frosttages erfüllt. In einem durchschnittlichen Zürcher Winter gibt es 54 Frosttage, also an 60 Prozent aller Wintertage.

 

Gradtage: Die Summe der täglich ermittelten Differenzen zwischen einer angestrebten Raumlufttemperatur (20°C) und des Tagesmittels der Aussenlufttemperatur aller Heiztage (<12°C) wird Heizgradtage genannt und ist ein guter Indikator für den Heizwärmebedarf.

 

Hochnebel: Er entsteht im Winter vor allem bei Bisenlagen. Mit Nordostwinden wird kalte Luft in die „Badewanne“ Mittelland zwischen Alpen und Jurabogen unter die leichtere, milde Hochdruckluft geführt und bleibt dort liegen. Die Hochsaison des Nebels ist zwar im Oktober und November, aber auch die Wintermonate bringen noch viele Nebeltage.

 

Islandtief: Das aus dem Wetterbericht bekannte Tiefdruckgebiet spielt im Winter eine entscheidende Rolle. Wenn es nur schwach ausgeprägt ist, fliesst aus Nordosten sibirische Kaltluft bis nach Europa. Ist es hingegen stark ausgeprägt, führen stramme Westwinde milde Atlantikluft in die Schweiz.

 

Schnee gehört zum Winter. Die Anzahl Schneetage wie auch die maximale Schneehöhe schwankt in Zürich von Jahr zu Jahr aber stark. So gab es im Winter 2012/13 sehr viele Schneetage, während im letzten Winter 2013/14 nur einzelne Tage mit Schnee verzeichnet wurden.
Schnee gehört zum Winter. Die Anzahl Schneetage wie auch die maximale Schneehöhe schwankt in Zürich von Jahr zu Jahr aber stark. So gab es im Winter 2012/13 sehr viele Schneetage, während im letzten Winter 2013/14 nur einzelne Tage mit Schnee verzeichnet wurden.

 

Jahreszeiten: Der meteorologische Winter ist mit einer Dauer von 90 Tagen die kürzeste Jahreszeit.

 

Klimawandel: Gemäss Szenarien zur Klimaänderung in der Schweiz CH2011 erwärmen sich die Wintermonate bis 2035 um weitere 1,2 Grad, bis 2060 sogar um rund 2 Grad. Beim Niederschlag sind im Flachland kaum langfristige Veränderungen zu erwarten.

 

Lawinen:  Das SLF sammelt seit dem Winter 1936/37 alle Daten von Lawinenunfällen in der Schweiz. Pro Jahr werden beim SLF mehr als 100 Lawinenunfälle mit erfassten Personen registriert. Im Mittel über die gesamte Periode starben jährlich 25 Personen in Lawinen.

 

Märzwinter: Auch wenn der klimatologische Winter mit dem Februar zu Ende geht und sich dann viele auf den lang ersehnten Frühling freuen, sind winterliche Verhältnisse in der ersten Märzhälfte selbst im Flachland der Alpennordseite ein fester Bestandteil des Schweizer Klimas. Der mittlere Termin des letzten Schneefalls ist sogar der 6. April in Zürich.

 

Niederschlag: Viele wissen es nicht, einige ahnen es. Der Winter ist in Zürich die trockenste Jahreszeit. Mit 210 mm fallen im Winter weniger als 20 Prozent der Jahresniederschläge.

 

Oszillation: Die Nordatlantische Oszillation beschreibt die Druckschaukel zwischen dem Islandtief und dem Azorenhoch. Sie kennt zwei entgegengesetzte Zustände, welche für mildes, feuchtes oder kaltes, trockenes Winterwetter in der Schweiz stehen.

 

Prognose: Wie wird der Winter? Der britische Wetterdienst rechnet für Mitteleuropa wie im Vorjahr mit überdurchschnittlichen Temperaturen. Ein amerikanischer Dienst prophezeit uns handkehrum sehr viel Schnee.

 

Quecksilber: An einem durchschnittlichen Tag im Dezember steigt die Quecksilbersäule in Zürich am frühen Nachmittag auf vier, im Januar auf drei und im Februar auf fünf Grad.

 

Risiko: Das Risiko, Neuschnee wegschaufeln zu müssen, ist im Februar am grössten. Im Schnitt gibt es im Februar fünf Tage mit Neuschnee auf dem Zürichberg und einen aufsummierten Neuschneezuwachs von 22 cm.

 

Schnee: Im letzten Jahr gab es in Zürich nur gerade fünf Tage mit Schnee. Im Mittel der letzten 30 Jahre waren es 31 Schneetage.

 

Termin: Der Termin des ersten messbaren Schnees ist von der aktuellen Wetterlage abhängig und damit recht zufällig. Der frühste erste Schnee konnte in Zürich an einem 7. Oktober im Jahr 1936 beobachtet werden. Normalerweise fällt der erste Schnee um den 22. November.

 

Urner: Der Föhn, auch ältester Urner genannt, weht zwar am häufigsten im Frühling, doch auch im Herbst und Winter bringt er in unregelmässigen Abständen milde Temperaturen und Schönwetter auf der Alpennordseite.

 

Vorjahr: Der Winter 2013/14 war mit durchschnittlich 3 Grad in Zürich der 5.-wärmste seit Messbeginn 1864 und der wärmste seit sieben Jahren.

 

Weisse Weihnachten: In Zürich lag in den letzten 84 Jahren nur in 40 Prozent der Jahre an mindestens einem der Weihnachtstage Schnee.

 

Xtrem: Auch in Zürich kann es arktisch kalt werden. Die tiefste Temperatur seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in Zürich am 12. Februar 1929 mit -24,2 Grad gemessen.

 

Yamase: Ein Yamase ist ein regionales Windsystems über dem Nordosten Japans. Es handelt sich um einen Kaltlufteinbruch, der mit hohen Windgeschwindigkeiten aus Ost bis Nord einhergeht. Im Spätwinter können solch heftige Kaltlufteinbrüche starken Schneefall oder vereisenden Regen mit sich bringen, wobei das öffentliche Leben oft zum Erliegen kommt.

 

Zürich: Vorfreude auf den Winterzauber oder nur Durchhalten bis zum Frühlingsbeginn. Jede Zürcherin und jeder Zürcher hat eine ganz persönliche Meinung zum Winter.

Ein Zürcher Winter von A bis Z