Global Warming Generation

Die jungen Menschen, die heute zwischen 20 und 25 Jahre alt sind, gehören zur ersten Global Warming Generation (GWG). Die GWG ist die Generation, welche die Auswirkungen des Klimawandels und der Energieherausforderung zu spüren bekommt und diese Probleme in den kommenden Dekaden auch lösen muss.

Mit dem Temperatursprung 1988 stiegen die Temperaturen in der Schweiz und in ganz Europa überdurchschnittlich stark an. Zwischen 1988 und 2009 war es in Zürich mit gemittelt 9,6 Grad um erstaunliche 1,2 Grad wärmer als noch zwischen 1966 und 1987. Auch der Meeresspiegel stieg seit damals um etwa drei Zentimeter. Aber grade wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, sollte man den Kopf nicht hängen lassen. Die Generation, welche während dem Temperatursprung geboren wurde, also jene, welche heute zwischen 20 und 25 Jahre alt sind, kennt kein stabiles Klima sondern nur den langjährigen Anstieg der Temperaturkurve. Seit Geburt ist unsere Generation der globalen Erwärmung und ihren Folgen ausgesetzt, die berühmte Klimanorm kennen wir nicht. Schneearme Winter haben unsere Kindheit geprägt – mit heissen Sommern sind wir aufgewachsen. Wir, die erste „Global Warming Generation“!
Die höheren Temperaturen sind sicher nicht der einzige Grund, warum es in der Global Warming Generation (GWG) so wichtig ist, cool zu sein, aber wer von uns ist noch auf dem Zürichsee Schlittschuh gelaufen? Wären nicht alle zu mehr Coolness fähig?

Der Mensch ist wie eine Waage: Die Schultern sind die Waagschalen, in denen auf der einen Seite die Gewissheit lastet, dass sich das Klima so rasch erwärmt wie nie. Die andere, mächtigere von beiden, trägt die schlechten Gewohnheiten im Umgang mit der Natur.
Frühere Generationen füllten die Gewohnheitswaagschale mit umweltschädlichen Gepflogenheiten, weil keiner dem Märchen einer globalen Erwärmung Glauben schenken wollte. Die GWG füllt sich ihre Gewissheitswaagschale aber fortlaufend mit neuen wissenschaftlichen Tatsachen des Klimawandels.

Macht uns das nicht verantwortlich, uns unserer persönlichen Waage anzunehmen? Wir sollten die massigere Waagschale um ein paar schlechte Angewohnheiten erleichtern und mit einer nachhaltigen, cooleren Lebensweise das Gleichgewicht erlangen.
Viele von unserer Generation sind sich ihrer Pflichten bewusst. Dies kann unterem anderem festgestellt werden, wenn man während des Einschamponierens lieber frierend unter der Dusche steht, um ohne schlechtes Gewissen in den Tag zu starten. Weiter gibt es in fast jeder WG neuerdings Stromschienen, die uns mit ihrem penetrant orangeleuchtenden Licht stets daran erinnern, dass unnötig Strom fliesst. Und wenn man im Winter in der kalten Wohnung sitzt, da die Heizung bekanntlich auf der niedrigsten Stufe läuft, und sich eine warme Suppe wünscht, kümmert sich die GWG mehr um die CO-Bilanz der Suppenzutaten als um deren Preis.Die GWG ist auf Klimaschutz sensibilisiert und versucht sich in einem nachhaltigeren Lebensstil. Trotzdem ist die Waagschale unseres Volkes alles andere als ausgeglichen. Das grosse Umdenken hat noch nicht stattgefunden. Wie auch, wenn die einflussreichen Entscheidungspositionen mit Personen aus älteren Generationen als der GWG besetzt sind. Wird sich erst etwas ändern, wenn die GWG an den Hebeln der Macht sitzt?

Die erste GWG wird in rund 20 Jahren die Rolle der Entscheidungsträger innehaben. Nach weiteren 20 Jahren wird die erste und die zweite GWG in Politik und Wirtschaft führend – ältere Generationen sprechen dann keine Machtwörter mehr. Doch 20 oder sogar 40 Jahre dürfen wir nicht auf das grosse Umdenken warten. Deshalb unsere Botschaft an die Global Warming Generation: Nehmt eure Verantwortung wahr und engagiert euch schon heute für den Klimaschutz und lehrt älteren Generationen das Umdenken.

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